1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... verderbe ich nur euch den Abend."
    
    "Alte, tickst du noch ganz richtig? Du bist meine beste Freundin, mit der ich diese Nacht verbringen werde und Jan hat dich auch voll ins Herz geschlossen. Du brauchst uns und wir werden für dich da sein. Das kann uns niemals den Abend verderben. Du kannst wieder ordentlich laufen? Ich glaube die paar Schritte an der frischen Luft könnten nicht schaden, um deinen Kreislauf zu stabilisieren. Ist dir noch übel? Irgendwelche anderen Beschwerden?"
    
    "Nein, es geht langsam wieder. Und mit dem ganzen Koks im Körper könnte ich bis Kapstadt laufen."
    
    Wir mussten sie tatsächlich bremsen, weil sie viel zu schnell losrannte. Als wir an ihrer Wohnung ankamen, hatte sie schon wieder ein wenig Farbe im Gesicht. Wir setzten uns auf ihr Sofa, und Nina ging uns einen Tee machen. Larissa kuschelte sich an mich an. Sie fühlte sich etwas heiß an.
    
    "Geht es dir wieder einigermaßen?"
    
    "Ja, wirklich, mein Körper ist einiges gewohnt. Aber das war wirklich kurz vorm Zuviel. Hattest du das mitgekriegt? Woher hast du das gewusst?"
    
    "Ich habe dich an der Tanzfläche gesehen, und du sahst so fertig aus, wie ich eine Bekannte von mir schon einmal erlebt hatte. Bei ihr ging die Sache schief."
    
    Sie schwieg betroffen.
    
    "Du hast versucht, deine Traurigkeit aus dem Kopf zu koksen, nicht wahr? Und es hat nicht funktioniert, darum hast du immer weiter nachgelegt. Kann das sein?"
    
    "Ja, das trifft es ziemlich genau. Danke", kommentierte sie den ...
    ... Kamillentee, den Nina ihr in die Hand drückte. Sie setzte sich auf ihre andere Seite und kuschelte sich ebenfalls bei ihr an.
    
    "Du verrücktes Huhn weißt doch wohl hoffentlich, dass du mit uns über alles sprechen kannst? Wir sind nicht in Quarantäne, weil wir frisch verliebt sind, weißt du? Was ist los, was zieht dich so runter, Schatz?", fragte Nina mit echter Sorge in der Stimme.
    
    Larissa schwieg eine Weile, aber dann gab sie sich einen Ruck.
    
    "Es war besonders schwer, mit euch darüber zu sprechen, weil es indirekt mit euch zu tun hat", setzte sie an. "Gibt mir einer eine Kippe?"
    
    Ich versorgte sie sofort und gab ihr Feuer.
    
    "Ich bin so froh für euch, dass ihr diese Chance bekommen habt und es so gut läuft, ihr richtig glücklich miteinander seid. Aber... das macht mir... wie soll ich sagen... schmerzhaft klarer, wie einsam und verzweifelt ich bin. Der Sex mit euch nach dem Kitty, das war so unglaublich für mich, weil es mit Zuneigung, fast Liebe zu tun hatte. Ihr habt uns in eurem Gefühl miteingeschlossen, das war unbeschreiblich schön. Aber es machte mir klar, wie sehr ich das vermisste, geliebt und angenommen zu werden, und nicht nur gevögelt, versteht ihr? Jemand zu haben, der für mich da ist, der mich in den Schlaf streichelt und am Morgen wachküsst. Und gleichzeitig schaffe ich es nicht, irgendjemanden an mich heranzulassen. Alles fällt mir so schwer im Moment, ich fühle mich leer und schwach, wie eine leere Hülle in einer Hülle in einer Hülle... wie diese scheiß ...
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