1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... "Vorarbeit" die Dringlichkeit der sexuellen Entspannung entfernt hatte.
    
    Damit ein anderes Erleben ermöglichte, eine Stufe höchster und reinster Zweisamkeit, der sie auch jetzt insofern Rechnung trug, indem sie nicht teilnahm, sondern sich mit kleinem Abstand seitlich neben uns legte, den Kopf auf eine Hand gestützt, und als einzige Geste der Verbundenheit mit der anderen Larissas rechte hielt.
    
    Was dann aber tatsächlich geschah, entzog sich jedem rationalem Verstehen. Ich fand den richtigen Winkel zum Eindringen, hielt aber für einen Moment inne, versank förmlich in ihren Augen. Die Zeit stand für verwirrende, faszinierende Momente still, alles reduzierte sich auf ein überwältigendes Gefühl von Liebe. Nicht Zuneigung, Liebe.
    
    Irgendetwas öffnete sich in uns beiden in diesem Augenblick, brachen Dämme und spülte dieses in seiner Intensität völlig unvermutete Gefühl hervor. Staunend erlebten wir den wunderbaren Moment der körperlichen Vereinigung. Meine zögerlich einsetzenden ruhigen Bewegungen erlebte ich zunächst wie ein Zuschauer, völlig überwältigt von meinen Gefühlen, aber auch ihren, die ich aus ihrem Gesicht wie einem Buch ablesen konnte.
    
    Erst die zunehmend einströmende Leidenschaft löste langsam die Fassungslosigkeit auf, unsere "was geht denn jetzt ab?"-Blicke wichen der Akzeptanz, dass es jetzt einfach wunderbar und wunderschön war und sich dies gerade noch weiter steigerte. Larissas Mund war weit geöffnet, selbst ihr Stöhnen klang anders, wirkte ...
    ... befreit.
    
    Ich konnte mich an ihrem völlig verzückten Gesichtsausdruck einfach nicht sattsehen, hätte sie sonst längst geküsst. Nichts war so wie bei den vorherigen Malen mit ihr, wo wir kontrolliert und auf maximalen Genuss aus, immer wieder die Stellung leicht geändert hatten, gezielt das Tempo verändert. Diesmal war es wirklich ein Zweier ohne Steuermann, unsere Körper übernahmen einfach, beschleunigten, verlangsamten, wir erlebten es einfach mit.
    
    Und es wurde eines der schönsten, liebevollsten und intimsten Erlebnisse, das ich bis dahin mit einem Menschen gehabt hatte. Wir erlebten beide einen Höhepunkt, leider nicht gemeinsam, sondern um einige Minuten zeitversetzt. Ich kann ehrlich sagen, dass ich ihn in meinem Fall bedauerte, weil dieser natürliche Rausch so endete.
    
    Larissa brach in Tränen aus, als ich mich langsam von ihr löste und sie nun erneut von beiden Seiten von Nina und mir umschlossen wurde. Es waren Tränen des Glücks, wie sie sofort versicherte, Nina witzelte herum und küsste sie. Erst in diesem Moment setzte bei mir das rationale Denken wieder ein, sofern man meine Verwirrung als solches bezeichnen wollte.
    
    Denn ich hatte dieses unglaubliche Erlebnis nicht mit Nina gehabt, in die ich frisch verliebt war, nicht mit meiner Frau, die ich immer noch liebte, sondern mit Larissa, für die ich zuvor sicherlich eine starke Zuneigung gefühlt hatte, um die ich mich gesorgt hatte und der ich wirklich alles Gute und Liebe auf der Welt wünschte.
    
    Und doch war es ein ...
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