1. Bewährung


    Datum: 13.04.2024, Kategorien: Romantisch

    ... Mietvertrag, wenn irgendwas ist. Auf jeden Fall, wenn du die Leiter nicht mehr brauchst. Die hätte ich gerne so sauber zurück, wie sie jetzt ist, okay?"
    
    "Klar. Nochmal danke."
    
    Er grinste zufrieden und machte sich an seinem Kofferraum zu schaffen.
    
    "Okay. Logen, wir machen uns dann vom Acker. Wegen Wohngeld und Kaution mach dir keine Gedanken, notfalls helfe ich Sophie bei den Anträgen. Wir sehen uns. Glaube nicht, dass ich heute noch rauskomme, aber vielleicht morgen."
    
    Wir sahen ihm noch zu, wie er die angesprochenen Sachen ausräumte und dann wieder im Haus verschwand.
    
    "So, das haben wir. Ich kann dich nachhause... na, wo du jetzt gerade übernachtest fahren, wenn du willst."
    
    "Echt, das wäre lieb. Dann kann ich gleich meine Sachen holen und hierher zurück."
    
    "Ernsthaft, du willst heute schon rein? Das ist bestimmt nicht gesund, bei dem Schimmel und wenn du dann streichst, müsstest du in dem Farbgestank schlafen. Du hast doch auch überhaupt keine Möbel, willst du auf der Erde schlafen?"
    
    "Ich lass die Fenster auf und die Balkontür. Ist doch warm. Ich habe eine Isomatte und einen Schlafsack. Mehr brauch ich nicht. Farbe kann ich im Moment eh noch nicht kaufen."
    
    "Warum ist es jetzt so eilig?"
    
    "Ich möchte von dem Mann weg, wo ich übernachte. Es wäre morgen die dritte Woche."
    
    "Ein Freund?"
    
    "Nein, ein älterer Mann, der mich von der Straße aufgelesen hat. Es... ist nicht umsonst."
    
    "Was meinst du?"
    
    Sie sah betreten zu Boden.
    
    "Er will ...
    ... Gegenleistungen. Erste Woche Hand-Jobs, zweite Woche Blow-Jobs, und in der dritten... kannst du dir denken."
    
    Verflucht. Was für ein Arschloch, die Notsituation der jungen Frau so auszunutzen. Tausend Gedanken schossen mir gleichzeitig durch den Kopf. Nein, das ging so nicht. Das würde ich jetzt in die Hand nehmen. Anette würde es sicher verstehen.
    
    "Gut, steig auf, wir machen das anders. Wir fahren jetzt zu mir und holen mein Auto. Der Baumarkt hat bis acht offen, wenn ich mich recht entsinne. Ich strecke dir das Geld für Farbe und Putzmittel und so weiter vor, du zahlst es mir irgendwann zurück. Dann fahren wir in die Wohnung, und ich helfe dir bei der Schimmelbehandlung. Das muss eine Weile einwirken, bevor wir da mit der Farbe rüber können. Morgen sollten wir dann aber mit dem Streichen anfangen können."
    
    "Wir?"
    
    "Ich helfe dir, dann geht es schneller. Ich muss es mit meiner Frau absprechen, aber ich denke, sie wird nichts dagegen haben, wenn ich ihr die Situation erkläre. Auch, dass du bei uns auf dem Sofa schläfst, bis du da tatsächlich reinkannst. Wir haben ein Reisebett, was wir dir leihen könnten, bis du deine eigenen Möbel kriegst. Einverstanden?"
    
    Das war sie natürlich und fiel mir um den Hals. Sie weinte sogar, während ich versuchte, sie zu beruhigen. Noch nie hatte ich mich so sehr und so persönlich in das Schicksal meiner Probanden involviert. Bei ihr konnte ich irgendwie gar nicht anders. Kam es mir absolut selbstverständlich vor.
    
    Anette war mit den Kindern ...
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