Argonauta Kapitel 03-07
Datum: 02.04.2025,
Kategorien:
Romane und Kurzromane,
... fantastisches Fischgericht und jede Menge Alkohol. Offenbar musste sie den Abend in einer Bar verbracht haben, reimte sie sich zusammen. Und dann? Was war anschließend geschehen?
Ein leises Schnarchen riss sie aus ihren Gedanken. Sie drehte sich in die Richtung um, aus der das Geräusch gekommen war und erfasste den nackten Männerkörper, der, ihr mit dem Rücken zugewandt, neben ihr lag und ebenfalls nackt zu sein schien. Sein dunkles Haar war zerzaust von der Nacht und hatte große Ähnlichkeit mit dem struppigen Kopf einer Vogelscheuche.
Schlagartig kehrte die Erinnerung zurück. Florian und sie, eng umschlungen und heftig miteinander knutschend. Kleidungsstücke, die zu Boden fielen, zwei nackte Leiber, die sich heftig im Bett wälzten, sich einander völlig hingaben.
Oh mein Gott, ich habe mit ihm geschlafen.
Plötzlich drehte sich alles um Julia. Ihr wurde schwindelig. Als hätte man ihr mit einem Vorschlaghammer kräftig in die Magengegend geschlagen, war ihr, als würde sie jeglichen Atems beraubt werden. Julia wurde vom schlechten Gewissen übermannt. Sie fühlte sich plötzlich schuldig. Der Sex mit Florian war fantastisch gewesen. Doch das steigerte ihre Schuldgefühle nur noch mehr. Machte es nur noch schlimmer. Julia hatte das Gefühl, Tom betrogen zu haben. Als hätte sie sein Andenken beschmutzt. Ihr wurde schlecht und sie fühlte sich von sich selbst angeekelt. Panik kroch in ihr hoch, brodelnd und blubbernd bahnte sie sich ihren Weg, kochte über wie Milch.
Ich ...
... muss hier weg! Und zwar schnell, schrie sie innerlich auf.
Fluchtartig schwang sie sich aus dem Bett, so leise wie möglich, um den noch immer tief und fest neben ihr schlafenden Florian bloß nicht zu wecken. Sie fühlte sich schon schlecht genug und hatte keine große Lust auf eine Auseinandersetzung mit Florian. Wollte einfach nur noch so eilig wie möglich weit weg von hier und die Erinnerungen der letzten Nacht aus ihrem Gedächtnis ausradieren. Hastig klaubte sie ihre Sachen zusammen. Ihre Haare waren völlig verstrubbelt und der Schweiß der letzten Nacht roch unangenehm und intensiv. Einen Moment lang spielte sie mit dem Gedanken, bevor sie Florians Appartement für immer verlassen würde, noch schnell unter die Dusche zu hüpfen. Doch das würde ihn garantiert wecken und sie hatte keine Ahnung, wie sie sich dann verhalten sollte. Also schlüpfte sie gleich in ihre Klamotten, möglichst geräuschlos. Duschen würde sie auch in ihrer eigenen Wohnung können. Außerdem meldete sich knurrend ihr Magen zu Wort. Sie blickte auf die Armbanduhr an ihrem Handgelenk. 08:43 Uhr. Wenn sie erst daheim geduscht hätte, würde sie sich unterwegs ein ausgiebiges Frühstück gönnen, bevor sie sich mittags mit dem Professor am Hafen treffen würde.
Leise schlich Julia durch den Flur. Sie erreichte die Wohnungstür, legte die Hand auf die Klinke und wollte sie nach unten drücken als plötzlich eine verschlafene Stimme aus dem Schlafzimmer ertönte: „Julia? Bist du im Bad?" Florian war aufgewacht.
Julia ...