1. Argonauta Kapitel 03-07


    Datum: 02.04.2025, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Haltestellenschild zu Haltestellenschild durchzuschlagen. Dann dachte sie daran, einfach nach dem Weg zu fragen. Aber wie hieß noch gleich ihr Hotel? In welcher Straße lag es? Sie hatte es vergessen. Dann fiel ihr doch etwas ein, eine verschwommene Erinnerung.
    
    Vor einem kleinen Antiquariat blieb sie stehen. Der Ladenbesitzer war ein grauhaariger Mann mit einem imposanten Schnauzbart, der Julia unweigerlich an einen Kaiserschnurrbarttamarin erinnerte, einen kleinen Krallenaffen aus dem südlichen Amerika. Der Mann war gerade damit beschäftigt, besonders preisgünstige Sonderangebote vor seinen Laden zu stellen.
    
    „Excuse me", fragte Julia höflich,„could you please tell me the way to The Laughing Kookaburra? It's a pub."
    
    Der Mann überlegte kurz, dann nickte er und erklärte Julia den Weg. Die Bar, in der sie am Abend zuvor Florian kennengelernt hatte, schien nicht weit weg zu sein. Sie dankte dem Ladenbesitzer und machte sich auf den Weg. Von der Bar aus würde sie den Weg zu ihrem Hotel rekonstruieren können.
    
    Eine Dreiviertelstunde später hatte sie tatsächlich nach Hause in ihr kleines Appartement gefunden und genoss eine wohltuende heiße Dusche, während ihr Smartphone an der Steckdose hing und aufgeladen wurde. Nachdem sie fertig geduscht hatte, fühlte sie eine große innere Erleichterung. Mit der Dusche war nicht nur der Schweiß der vergangenen Nacht von ihrem Körper gespült worden, sie fühlte sich auch innerlich gereinigt. So als hätte es die letzten Stunden in ...
    ... ihrem Leben nie gegeben. Sie trocknete sich mit ihrem weichen Frotteetuch die Haare und lief dann nackt in die winzige Küche, um sich einen Schwarztee zu kochen und steckte zwei Scheiben Weißbrot in den Toaster. Während das Wasser wärmer wurde, eilte Julia nebenan in das Schlafzimmer und suchte aus ihrem Reisekoffer neue Sachen für den Tag. Es versprach, ein warmer und sonniger Tag zu werden. Sie entschied sich für knielange, eng anliegende Jeans und ein weißes Top und legte beides zusammen mit frischer Unterwäsche auf das Bett. Dann eilte sie zurück in die Küche, wo das Wasser inzwischen sprudelnd blubberte. Sie gab das Teeei in eine Tasse und goss sich Wasser ein. Anschließend entnahm Julia die Toastscheiben, bestrich sie mit Butter und Himbeerkonfitüre und setzte sich, immer noch nackt, an den kleinen Küchentisch. Sie ließ den Tee kurz ziehen, entnahm dann das Teeei, gab drei gehäufte Teelöffel Zucker hinzu und ließ sich dann ihr Frühstück schmecken. Der Tee schmeckte herrlich frisch und entfaltete bald seine belebende Wirkung. Als sie mit dem Frühstück fertig war, war ihr Körper an der Luft vollständig getrocknet. Die Rothaarige ging noch einmal ins Bad und cremte sich vorsichtshalber gründlich mit Sonnencreme ein, denn sie wollte keinen Sonnenbrand riskieren und die Sonne zeigte sich an diesem Tag von ihrer besten Seite. Schließlich schlüpfte Julia in ihre frischen Kleider und machte sich dann auf den Weg zum Hafen.
    
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    Mindestens ebenso berühmt wie David Fisher ...
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