1. Brauchtumspflege


    Datum: 04.02.2026, Kategorien: BDSM

    ... rechten Brust spüre ich eine Hand.
    
    „Nächste Station: Leipziger Platz. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts“. Franziska wird aus ihrem Tagtraum gerissen. Hier muss sie raus. Hastig drängelt sie sich durch die Menge zur Tür, nicht ohne dem Graumelierten „versehentlich“ im Vorbeischieben ihre linke Brust gegen den Oberarm zu drücken. Wenigstens das.
    
    Fünf Stunden später saß Franziska zu Hause an ihrem Rechner. Neben der Tastatur stand eine Tasse Tee, mittlerweile längst erkaltet. Franziskas volle Aufmerksamkeit war auf den Bildschirm gerichtet. Ihre Hose heruntergezogen bis zu den Knöcheln, das Höschen hing in den Kniekehlen, während sie mit der einen Hand durch die Weiten des Internets navigiert. Ihre andere Hand war ebenfalls beschäftigt und so blieb die Teetasse unberührt stehen.
    
    Öffentliche Erniedrigung, Spanking, ausgeliefert sein. Ausgeliefert der schlagenden Hand, aber auch den Blicken der Umstehenden. Im Mittelpunkt des Interesses stehen, aber nicht wie beim Halten einer Präsentation auf der Arbeit, sondern als Opfer. Als williges - freiwilliges Opfer, vor den Augen fremder Leute zu deren Spaß erniedrigt, bedrängt, gepeinigt, benutzt.
    
    Franziska wünschte sich, so etwas wie ihren Tagtraum heute in der U-Bahn einmal in der Realität zu erleben. Ihr letzter Freund war sehr aufgeschlossen gegenüber ihren Bedürfnissen gewesen und hatte sicherlich selbst auch mehr als nur etwas Spaß daran gehabt, sie im Schlafzimmer zu erniedrigen, spanken und benutzen. Und das nicht nur ...
    ... im Schlafzimmer, sondern auch in der Küche, im Wohnzimmer, selbst im Kellerabteil ihres Mehrfamilienhauses. Eine Zeit lang war das erfüllend gewesen. Was er ihr aber nicht bieten konnte, war die öffentliche Erniedrigung. Einmal hatten sie versucht, sich einen Zuschauer einzuladen. Nach vielen aussortierten Typen, die nur an ihrer Tastatur sitzen bleiben und schreiben wollen, konnten sie tatsächlich jemanden finden, den sie kurze Zeit später besuchten. Zwar lief eigentlich alles wie vereinbart, aber auch das war letztlich nicht das, was Franziska suchte und brauchte. Nachdem die Beziehung ein Jahr später in die Brüche gegangen war, hatte sie ihren ganzen Mut zusammengenommen und war in einen einschlägigen „Club“ gegangen. Eine herbe Enttäuschung. Sie traf dort zwar auf viele Leute, aber zum Einen gab es dort niemanden, der nicht gefühlt 30 Jahre älter war als sie – und zwar sowohl was den Körper betraf, als auch den Geist. Zum Anderen und das war für Franziska das entscheidende, befanden sich dort alle Anwesenden selbst in unterschiedlichen Stadien der Nacktheit. Und während sie dort zwar als Singlefrau in den Zwanzigern vor Einladungen zum gemeinsamen Getränk an der Bar oder auch gleich zu expliziterem kaum retten konnte, fand sie dort eben gerade nicht das, was sie suchte. Erniedrigung durch die Gruppe. Als einzige geschlagen werden. Als einzige nackt sein. Ausgelacht werden. Beglotzt werden von vollständig bekleideten Fremden, die im Kreis um sie herum stehen.
    
    Franziska ...
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