1. Ein Fehltritt und seine Folgen


    Datum: 05.02.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Maik Ausflüge machen und viel Zeit mit ihm verbringen. Meine Chefin gab mir ein Geschenk für Maik mit und wünschte mir einen schönen Urlaub. Wenn ich nicht schon in Gedanken bei der kleinen Feier gewesen wäre, hätte ich das Grinsen zwischen der Chefin und meinen Kolleginnen gesehen und mich gefragt, was es soll.
    
    So, schnell nach Hause. Maik war den Tag nicht in der Einrichtung sondern durfte bei den Großeltern bleiben. Ich freute mich auf den Kleinen und wollte ihn tüchtig knuddeln. Zu Hause angekommen parkte ich den Wagen in der Garage und lief schnell in meine Wohnung und holte das Geschenk für Maik und dann zu meinen Eltern und meinem Schatz. Schon auf dem Flur rief ich nach meinem Schatz.
    
    "Maik, Schätzchen, Mama ist da. Komm zu mir."
    
    Und dann wurde mir schwindelig. In der Tür zum Wohnzimmer stand mein Mann mit meinem, nein unserem Sohn auf dem Arm und lächelte mich an. Mir wurde schwarz vor Augen und ich kam wieder zu mir und lag mit meinem Kopf auf dem Schoß meines Mannes und er streichelte mich leise. Maik krabbelte neben uns auf dem Sofa und meine Eltern sahen uns fragend an. Mir schossen die Tränen aus den Augen und ich konnte es gar nicht fassen. Mein Mann war wieder da und er sah blendend aus. Ich griff nach seiner Hand und zog sie zu mir und legte meine Wange in seine Hand. Ich konnte nichts sagen und schluckste leise vor mich hin.
    
    "Biene, nicht weinen. So schlimm ist es hoffentlich nicht, dass ich hier bei Euch bin. Bitte sei mir nicht böse, dass ich ...
    ... mich so lange nicht gemeldet habe, aber es hat sehr weh getan und ich brauchte meine Zeit. Lass es uns langsam angehen, wenn du es willst, überhaupt noch willst."
    
    Ich drückte seine Hand und küsste sie leicht.
    
    "Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dass du da bist. Neben mir sitzt und ich dich spüren kann. Ich habe Tag für Tag Sehnsucht nach dir gehabt, habe den Tag meines Fehltrittes verflucht und nur unser Sohn hat mir die Stärke gegeben, die lange Zeit zu überstehen. Bitte verzeih mir und wenn es möglich ist, bleib bei mir."
    
    Wir saßen lange Zeit zusammen und sahen uns nur an. Unser Sohn spielte neben uns und meine Eltern hatten sich zurückgezogen. Es wurde aber dann doch Zeit und Maik musste zu Abend essen und dann ins Bett. Manfred brachte ihn mit mir ins Bett und wir standen nebeneinander dort und es war zauberhaft, als sich unsere Hände berührten und er meine Hand nahm und festhielt. Maik schlief schnell ein und wir setzten uns ins Wohnzimmer, ich holte eine Flasche Wein und wir redeten leise miteinander. Nicht über den Tag sondern über die Zeit danach. Und ich traute mich nicht, ihn zu fragen, ob er bei mir bleiben würde. Langsam wurde ich müde und leise fragte ich ihn.
    
    "Bleibst du bei uns, schläfst du bei mir?"
    
    "Aber nur schlafen. Ich brauche noch Zeit."
    
    "Ich bin schon sehr froh, wenn ich dich sehe. Wenn ich sehe, dass es dir gut geht und du mich nicht total ablehnst. Heute ist nicht nur der Geburtstag unseres Sohnes sondern ein ganz besonderer Tag ...
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