1. Alkebulan


    Datum: 05.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Ndeye sprach mit Verachtung in ihrer Stimme.
    
    "Und wo ist er jetzt?" Anstatt zu antworten, erwiderte Ndeye. "Jemand muss sich um den Fremden kümmern. Und da du ihn hierhergebracht hast, wirst du diejenige sein, die das tut. Wir werden dir nicht helfen. Und sobald er gesund ist, muss er die Gemeinschaft verlassen. Hast du mich verstanden?"
    
    Khadija nickte nur. "Gut. Und nun fang an den Mann zu versorgen! Er ist in der Hütte der Kranken." Damit stand Ndeye auf und ließ sie zurück.
    
    Die Hütte der Kranken lag am nordwestlichen Rand ihrer Umfriedung, abseits der anderen und war gedacht für die Unheilbaren. Khadija ging mit wackeligen Beinen auf sie zu. Die Blicke der anderen Frauen auf sie gerichtet. In ihren Gesichtern spiegelten sich Trauer und Schadenfreude ob ihrer neuen Aufgabe, manche tuschelten hinter vorgehaltener Hand. Khadija jedoch registrierte das nur am Rande. Sie wollte wissen, wie es dem zweiten Überlebenden des Massakers ging.
    
    Der Fremde lag zugedeckt auf der Liege und schlief. Nur die schwache die Öllampe erhellte die Hütte und warf ein flackerndes Licht auf ihn.
    
    Sie kniete sich vor ihn und betrachtete sein Gesicht. Sanft schob sie die Strähnen seines glatten blonden Haares aus seinem Gesicht. Er sah so ganz anders aus als die Männer, die sie kannte. Er hatte ein rundliches Gesicht mit einem Vollbart. Gemessen an der Liege schien er auch nicht groß zu sein. Dafür war er aber ein sehr breiter und stämmiger Mann. Sein etwas dicker Bauch hob und senkte ...
    ... sich im ruhigen Takt.
    
    Dann fielen ihr wieder die Wunden ein. Sie hob die Decke und suchte die beiden Stellen, wo die Kugeln ihn getroffen hatten. Dabei stieg ihr ein markanter Geruch in die Nase. Egal. Die Wunden hatten Priorität.
    
    Dabei stellte sie fest, dass er fast vollständig von Schweiß bedeckt war. Das Hemd, was er trug, war schon völlig durchnässt.
    
    Wenn sie seine Wunden versorgen wollte, musste sie ihn erstmal ausziehen. Also zog sie die Decke komplett weg und zog ihm mühsam erst das Hemd aus, dann die Hose und zum Schluss, und sie realisierte erst jetzt, was sie hier überhaupt tat, hielt kurz inne, und zog ihm auch die Unterhose aus.
    
    Sie holte die vor der Hütte stehende große Wasserschale und ein paar Lappen und begann diesen blassen Unbekannten von oben bis unten zu reinigen. Besonders die Wunden, die zum Glück nicht mehr bluteten reinigte sie gründlich.
    
    Als sie sich mit der Wunde an der Hüfte beschäftigte, musste sie sich immer über ihn hinüberbeugen, auch weil die Wunde auf der Schattenseite im Dunkeln lag. Dabei war sie merklich abgelenkt und unkonzentriert, denn direkt vor ihrem Gesicht lag sein Glied und der Geruch nach Männlichkeit stieg ihr in die Nase.
    
    Zum Glück war die Wunde schnell versorgt. Sie deckte den Mann wieder zu und ließ sich selbst erschöpft auf die zweite Liege in der Hütte fallen. Nach wenigen Minuten fiel sie in einen tiefen Schlaf.
    
    In der Morgendämmerung des nächsten Tages wachte Khadija auf. Der Fremde schlief noch. Sie ...
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