1. Süße Rache


    Datum: 12.03.2026, Kategorien: Romantisch

    ... nicht so genau nahm. Er stand nun mal auf Frischfleisch, wie es seine Frau meinte. Dabei war sie wirklich noch sehr gut in Schuss und konnte so mancher Jüngeren mit ihrem Körper und ihrem Können in der Liebe Konkurrenz machen. Die Nächte mit ihr waren erfüllend und auch fordernd.
    
    Es gelang mir, mein Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen und dann eine gute Stelle bei einer der großen Straßenbaufirmen zu bekommen. Bald war ich mit der Leitung erst kleinerer und dann immer größeren Baustellen in der Republik und im Ausland betraut und machte meinen Job wohl gut, denn die Chefs beauftragten mich mit immer größeren Bauvorhaben.
    
    Kurz bevor ich mit einer großen Baustelle im Süden der Republik fertig war, rief mich ein Krankenhaus aus meiner Heimat an und teilte mir mit, dass meine Mutter schwer erkrankt ist, im Krankenhaus liegt und mit dem Tode ringt. Sie wollte mich gerne noch sehen. Schnell die notwendigen Absprachen mit meinem Stab vorgenommen und dann in den Wagen und zur Mutter gefahren. Auch wenn die Verbindung nur sehr, sehr schwach, ja eigentlich nur auf Grüße zum Geburtstag und zu Weihnachten beschränkt war, war mir der Wunsch meiner Mutter Befehl. Und ich kam noch rechtzeitig in der Klinik in der Kreisstadt an und der Stationsarzt setzte mich mit einfachen Worten ins Bild. Meine Mutter hatte einen kleinen Schlaganfall erlitten und hatte aufgegeben. Keine Kraft und keinen Lebensmut mehr. Er geht davon aus, dass sie in Kürze friedlich einschläft.
    
    Ich ...
    ... war doch ganz schön geschockt, als ich sie sah und erkannte, dass er Recht hatte. Mutter hatte aufgegeben und freute sich nur, dass ich es doch noch geschafft hatte. Ich saß lange an ihrem Bett und sie versuchte mir zu erklären, wie sehr sie bedauert, dass wir uns so auseinandergelebt haben. Kurz bevor sie wirklich einschlief, bat sie mich, sie in aller Stille in einem Friedwald zu beerdigen und das Erbe anzunehmen. Natürlich versprach ich es ihr und dachte, was wird sie mir schon vermachen. Am nächsten Tag schlief sie dann wirklich ein und lächelte sanft, als sie meine Hand schwach drückte. Dann hörte ihr Herz auf zu schlagen und der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen.
    
    Es dauerte eine Woche und dann setzten wir die Urne meiner Mutter bei einer schon recht großen Buche bei und der Notar machte mich am nächsten Tag mit dem Erbe vertraut. Neben einer Lebensversicherung in einer guten Höhe, einem Bankkonto mit einem sechsstelligen Guthaben vermachte sie mir ein kleines Häuschen in meiner Heimatstadt. Ich war doch etwas überrascht und verwundert über das Erbe. Als ich mir das Haus ansah, war ich noch mehr überrascht und dachte mir, dass man hier gut leben kann. Natürlich musste noch so Einiges umgebaut werden, aber die Grundsubstanz war sehr gut.
    
    Der Notar wurde beauftragt, die notwendigen Schritte für die Eigentumsumschreibung einzuleiten und ich beauftragte eine Firma mit der Sicherung des Hauses, der Entrümpelung und dem Umbau. Dann schloss ich meine derzeitige ...
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