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Planet der Scharfen 22
Datum: 15.03.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... gezogen wurden, dann auf der Schiene, wo Lokomotiven Züge von Anhängern gezogen haben, und auch auf der Strasse bei den Sattelschleppern. Mit dem Aufkommen der Gleiter wurde es überflüssig.» «Danke. Jetzt bleibt nur noch eine Frage: Seid ihr bereit, mit Robine zu gehen, damit sie euch die Implantate verpasst und zeigt, wie man damit umgeht?» «Ja, gerne.» «Jederzeit.» Weg sind sie. *** Ich bin allein und die plötzliche Ruhe berührt mich geradezu unangenehm. Irgendwie habe ich mich bereits an die beiden jungen Voltaner gewöhnt. Ich habe sie definitiv gerne in meiner Nähe. Bin ich etwa bereits in meine Haremsmänner verliebt? Zumindest werde ich scharf, wenn ich nur an die beiden denke. Um mich abzulenken, unterhalte ich mich doch mit Max über alte Sprachen. «Es gab auf der Erde ebenfalls Sprachen, die verschieden vokalreich waren. Am bekanntesten dürfe Italienisch für seinen Vokalreichtum sein, wobei diese Bezeichnung missverständlich sein könnte. Es gab nicht viele verschiedene Vokale, geschrieben nur fünf, gesprochen sieben. Sie wurden aber sehr deutlich ausgesprochen und pro Silbe oft mit einem einzigen Konsonanten kombiniert. Das ist auch beim Scharfischen zu beobachten.» «Wie vergleicht sich das mit Voltanisch?» «Diese Sprache dürfte ein extremes Gegenbeispiel sein. Reibelaute wie 'ch' dominieren, dazu Zischlaute wie 'sch'. Explosivlaute wie 'p' gibt es zwar, aber sie werden weniger deutlich ausgesprochen, da man sie nicht dehnen kann. Dazu ...
... kommen viele Doppelkonsonanten wie 'gr', 'kr', 'pr', 'st' und 'pf', was dazu führt, dass viele Silben drei oder gar vier Konsonanten aufweisen.» «Das erklärt aber nicht unbedingt den subjektiven Eindruck.» «Richtig, denn dieser ist eben subjektiv, also davon abhängig, welche Wertvorstellungen der Zuhörer mitbringt. In unserer Sprache gibt es auch konsonantenreiche Wörter wie 'Pfusch' oder 'Krach', aber sie sind oft negativ konnotiert. Viel wichtiger dürfte aber ein noch subjektiverer Eindruck sein, der damit zu tun hat, ob man das Gefühl bekommt, dass der Sprecher die Vokale wichtig findet. Im Falle von Italienisch kommt niemand auf die Idee, die Konsonanten seien die Essenz und die Vokale nur Beiwerk. Die meisten Zuhörer finden eher, das Gegenteil sei der Fall. Daher wurde diese Sprache oft für Gesangsdarbietungen verwendet. Ganz anders bei sehr alten Sprachen mit einer langen Tradition, allen voran die semitischen Sprachen, wo es lange Zeit üblich war, die Vokale gar nicht zu schreiben, sondern sie beim Lesen dazuzufügen.» Ich finde die Ausführungen von Max zwar wie immer interessant, aber auch reichlich langfädig. Zum Glück weiss ich in etwa, wie er funktioniert, daher habe ich Verständnis für ihn. Dennoch fühle ich mich geradezu erleichtert, als Robine mit den beiden Voltanern zurückkommt. Strahlend verkündet Trich: «Robine hat uns bereits einen ersten Satz auf Scharfisch beigebracht: Acum tschinta Nicole!» Ich glaube, ich habe Robine noch nie lachen gehört, ...