1. Von Zug zum doppelter Dreier


    Datum: 16.03.2026, Kategorien: Verführung

    ... Stimme war sanft, aber trug einen Ton in sich, der keinen Widerspruch duldete. Ihre Absätze klackten leise auf dem Parkett. Es war kein Geräusch - es war ein Versprechen.
    
    Er setzte sich auf das weiche Sofa, das tief war und ihn fast in sich hineinzog. Lisa kam zurück - ein schlichtes Seidentuch in der Hand, ein Desinfektionsmittel, eine kleine Tube Salbe. Sie kniete sich vor ihn. So nah, dass Robert ihren Atem an seiner Haut spürte.
    
    "Es tut mir leid, dass du das durch mich..." Sie verstummte und sah zu ihm auf. Ihre Augen - dunkel, glänzend - hielten seinen Blick gefangen.
    
    "Ich bereue nichts", sagte er leise.
    
    Ein Lächeln huschte über ihre Lippen, dann fuhr sie mit dem feuchten Tuch über seine Wange. Sanft, fast zärtlich. Ihre Fingerspitzen strichen kurz über sein Kinn, verweilten einen Moment zu lang. Robert" Puls beschleunigte sich.
    
    "Es ist nur oberflächlich... aber ich möchte mich trotzdem bedanken."
    
    Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Sie stand auf, ging langsam zur Küche. Ihre Silhouette war ein Tanz aus Linien und Schatten - das Kleid schmiegte sich wie eine zweite Haut um ihre Hüften, ihr Rücken war wie gemalt.
    
    Robert stand auf, wollte ihr folgen, doch in diesem Moment öffnete sich eine andere Tür. Ein Mann - groß, gut gekleidet, Anfang vierzig - trat aus einem Raum, offensichtlich gerade dabei, seine Krawatte zu binden. Sein Blick fiel auf Robert, dann auf Lisa. Ein kurzes Zögern. Dann ein Schmunzeln.
    
    "Das muss der Held sein, von dem du ...
    ... mir geschrieben hast", sagte er.
    
    Lisa lächelte. "Robert, das ist mein Mann - Adrian."
    
    Adrian trat auf ihn zu, reichte ihm die Hand. Sein Händedruck war fest, die Augen ruhig - zu ruhig.
    
    "Ich muss leider los", sagte er, während er in den Flur ging. "Aber... ich bin sicher, Lisa wird sich gut um dich kümmern."
    
    Er warf Lisa einen Blick zu. Einen dieser Blicke. Und dann - kaum sichtbar - ein Zwinkern in Robert' Richtung, das mehr sagte als tausend Worte.
    
    Die Tür fiel ins Schloss. Stille.
    
    Robert sah Lisa an. Sie stand noch immer an der Kücheninsel, doch ihre Schultern waren anders. Weicher. Freier. Sie stellte das Glas ab, drehte sich langsam zu ihm um.
    
    "Er ist... offen. Für vieles." Ihre Stimme klang anders jetzt - tiefer. Wärme, aber auch Hunger schwang darin mit.
    
    Langsam ging sie auf Robert zu. Kein Wort fiel mehr. Es war auch keines mehr nötig. Die Luft zwischen ihnen vibrierte. Lisa blieb vor ihm stehen, legte eine Hand auf seine Brust, fuhr mit den Fingerspitzen langsam seinen Hemdknopf entlang.
    
    "Du hast mir heute mehr gegeben, als du ahnst."
    
    Robert' Hand glitt wie von selbst an ihre Taille. Die feine Seide des Kleides war kühl, aber darunter war ihre Haut heiß. Seine Finger fanden ihren Rücken, spürten die weiche Kurve ihrer Wirbelsäule. Sie atmete hörbar ein.
    
    "Ich wollte dich schon im Zug küssen", sagte sie leise. "Aber ich wusste - der Moment kommt noch."
    
    Und dann war er da.
    
    Ihre Lippen fanden sich. Zart zuerst, forsch dann. Ihr Kuss ...
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