1. In den Bergen


    Datum: 20.03.2026, Kategorien: Romantisch

    ... "Fehlt dir die Erfahrung, bist jedoch motiviert Neues zu erlernen, dann kann ich dir eine gründliche Einarbeitung zusichern. Oder hier: Hilfe für Alles." "In der Schweiz? Du willst echt dort hin? Auf eine Alp?" fragte ich. "Warum denn nicht? Du hast gestern von einer menschenleeren Insel und vom Urwald gesprochen und dass dir die Arbeit sinnentleert vorkommt. Hier wärst du weg aus dem Grossstadtstress und die Arbeit hätte einen Sinn, glaube ich."
    
    Ich schenkte mir Kaffee nach, ich war noch nie in den Bergen, Kühe hatte ich bisher nur auf Milchpackungen gesehen oder wie Schafe aus dem TV und aus Bilderbüchern. Anja setzte sich zu mir, nahm sich ebenfalls Kaffee. "Das wäre wie bei Heidi, in einer Alphütte, mit einem Grossvater und Schafen." "Ziegen waren das" korrigierte ich Anja.
    
    Ich nickte, "wir könnten das tun, wenn uns jemand nimmt. In den Urwald werde ich es nie schaffen und menschenleere Inseln gibt es nicht." Wir sassen im Zug, Anja hatte es tatsächlich geschafft, Sie hatte einen Bauern überredet, uns beide zu nehmen, obwohl er nur eine Person brauchte. Ihr Argument verstand er, wir hätten wirklich keine Kenntnisse und kämen beide aus der Stadt, zu zweit würden diesen Nachteil beheben und wenn eine von uns gehen will weil es ihr zu schwer wird oder weil sie nicht mehr mag, dann bliebe ihm immer noch die andere als Helferin, bei Stadtmenschen wüsste man ja nie, ob sie es in der Einsamkeit aushalten.
    
    Anja hatte alles im Griff. Wir mussten dreimal den Zug wechseln, ...
    ... die Bahnhöfe wurden immer kleiner und schnuckliger. Und dann waren wir fast am Ziel: "Hier müssen wir den Bus nehmen" sagte sie. Er stand schon dort, unübersehbar, eidottergelb. Der Fahrer öffnete uns die Tür, "Ihr seid die Deutschen" Es war keine Frage, es war eine Feststellung. Anja bejahte, "wir müssen.." der Fahrer unterbrach sie. "Ich weiss, Hans hat es mir gesagt, ich lass Euch bei der Seilbahn raus."
    
    Und so geschah es, es war keine offizielle Haltestelle, es war nur ein Kiesplatz. Zwei Männer warteten, wettergegerbt, gross und stark. Hans und Peter hiessen die beiden Brüder die uns begrüssten. Und da war eine Seilbahn. Sie bestand aus einem dicken Seil und einer grösseren Transportkiste aus Holz. Da drin dort hinauf. Ich sah mich runter fallen und alle Knochen brechen. Die Angst sah man mir an.
    
    Hans half mir beim Einsteigen, während der Fahrt hielt er meine Hand. Mein Herzschlag normalisierte sich, ich fühlte mich sicher solange er meine Hand hielt. Ich sah auf die Wipfel der Tannen, auf den kleinen sprudelnden Bach, auf blühende Wiesen. Und beim Ausstieg auf einen riesigen Hund.
    
    "Bleib bei mir, dann weiss er, dass wir zusammen gehören und erzähl ihm irgend etwas, damit er sich an dich gewöhnt." Ich erzählte vom Büro-Job. Hans hörte zu, der Hund spitzte die Ohren. Dann kam er näher, schnüffelte an mir, nach einem Nicken von Hans, schmiegte er seinen Kopf an meine Beine. Hans legte meine Hand auf seinen Kopf, zwischen die Ohren, "streichle ihn jetzt, dann ist ...
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