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In den Bergen
Datum: 20.03.2026, Kategorien: Romantisch
... alles gut." Anja kam mit Peter, der seinen Arm um ihre Hüfte gelegt hatte. Hans und ich gingen zur Alphütte, während die beiden beim Hund die gleiche Zeremonie durchführten. Danach sassen wir zusammen auf der Terrasse. Wir sahen ins Tal, direkt auf einen Kirchturm, in die schneebedeckten Berge, die bewaldeten Hänge. Es war ein Traum. Hans lachte, während Peter uns erzählte, dass wir uns im kleinen Bach waschen können, dass wir alle zusammen in einem Raum auf Heu schlafen, es sei bestens geeignet und bequem und dass sie uns Morgen das Melken von Kühen beibringen werden. "Ich sehe keine Kühe" wagte ich einzuwerfen. "Peter erzählt nur Mist" lachte Hans. "Ihr habt ein eigenes Zimmer mit Bett, Strom haben wir auch, durch die Solarzellen auf dem Dach und die Kühe werden erst am Samstag zu uns hinaufgetrieben. Und zum Melken haben wir Maschinen. Seht euch vor, glaubt Peter nicht immer alles." Der Hund sass zwischen mir und Anja, manchmal trafen sich unsere Hände beim streicheln. Sie zeigten uns die Hütte, die ein richtiges Haus ist, den Stall mit den Melkmaschinen, einzig Internet-Verbindung gab es nicht immer. Ein Teil des Weidegebietes musste noch eingezäunt werden, damit Schafe und Kühe sich nicht in gefährliches, abschüssiges Gelände vorwagen, sich verirren oder gar abstürzen. Anja war schwer enttäuscht. Sie hatte Heidi-Land erwartet und war nun auf einem High-Tech-Hof. Der Spaziergang nach dem Abendessen versöhnte sie ein klein wenig. Wir gingen ...
... barfuss über Wiesen, fanden Beeren, einige Pilze, der Hund folgte uns wo immer wir hin gingen. Sie zeigten uns einen kleinen "Pool" neben dem Bach, den sie selbst angelegt hatten. Eine kleine Abzweigung leitet Wasser in eine Mulde, Zu- und Abfluss konnten reguliert werden. Im Pool wird das Wasser von der Sonne gewärmt. Die Berggipfel glühten in der Abendsonne, ein leiser, warmer Wind wehte, Blätter flüstern unverständliche Botschaften, der Bach plätscherte vor sich hin, der Hund hatte sich hingelegt und schaute erwartungsvoll zu uns. Wir setzten uns alle ins Gras neben den Pool, Worte brauchte es nicht, sie hätten die friedvolle Atmosphäre gestört. Am liebsten hätte ich mich in den Pool gesetzt, aber ich hatte natürlich keinen Badeanzug. Anja auch nicht, aber das störte sie nicht. Sie zog sich einfach aus und setzte sich ins Wasser, Peter folgte ihr. Für Hans und mich hätte es noch Platz gehabt, aber wir gingen mit dem Hund zurück ins Haus. Ich duschte und wünschte Hans "Gute Nach". Er sass im Wohnzimmer und las "Die Elenden" von Victor Hugo. Die falsche Lektüre für diesen Ort, fand ich, obwohl Hugo über die Liebe schreibt, wie keiner sonst. Man konnte sie beim Lesen fühlen. Peter und Anja blieben draussen. Sie küssten und streichelten sich im Wasser. Sie liebten sich auf der Blumenwiese. Anja schwärmte davon, "es war so unbeschreiblich schön im Wasser und auf der Wiese, im Abendrot. Er ist so gross und stark", sagte sie. Ich fragte nicht, ob sie den Schwanz oder Peter ...