1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Zeit. Ihren Geruch, ihre Nähe, ihre Entschlossenheit, die sie so liebenswert machte.
    
    Ihr Vorschlag, bis zur Geburt eine Lösung zu finden, den Gedanken an den Erzeuger bis dahin beiseitezuschieben - das war ein Strohhalm, an den er sich klammern konnte. Ein Lichtblick in der Dunkelheit. Er war immer noch sicher, dass er das Kind niemals als sein Eigenes akzeptieren könnte. Die Wut auf Michael, die Abscheulichkeit der Tat, würden das verhindern. Aber Fatmas unbedingter Wunsch, zusammenzubleiben, ihr Flehen, dass sie ohne ihn nicht leben könne, traf ihn tief in seinem Beschützerinstinkt. Er konnte sie nicht verlieren. Er wollte sie nicht verlieren.
    
    Er nickte langsam, fast unmerklich. Ein Hauch von Erleichterung huschte über Fatmas Gesicht, als sie es sah. "Ja, Fatma," sagte er, seine Stimme rau, belegt von ungeleinten Emotionen. "Ich begleite dich. Und... ja. Wir finden eine Lösung. Zusammen." Der letzte Teil war kaum mehr als ein Flüstern, aber es war ein Versprechen. Ein zerbrechliches, aber echtes Versprechen.
    
    Er nahm ihre Hand, die immer noch auf seinem Arm lag, und drückte sie fest. Ihre Finger verhakten sich ineinander, ein kleines Zeichen der Hoffnung in einem Meer von Ungewissheit. Der Schmerz war nicht verschwunden, die Angst vor dem Kommenden lastete noch schwer auf ihnen, aber für einen winzigen Moment gab es eine gemeinsame Basis, einen Funken, an dem sie sich festhalten konnten.
    
    Der Arztbesuch
    
    Die sterilen Flure der Frauenarztpraxis waren ein ...
    ... seltsamer Kontrast zu dem Sturm, der in Fatmas und Bülents Innerem tobte. Bülent hatte Fatmas Hand fest gehalten, als sie das Wartezimmer betraten, eine stille Geste der Unterstützung, die Fatmas angespannten Nerven beruhigte. Sie saßen schweigend nebeneinander, jeder in seinen eigenen Gedanken versunken, während die Sekunden, Minuten, bis zu ihrem Aufruf wie Stunden vergingen. Das Klingeln des Telefons, das leise Gemurmel anderer Wartender, das Rascheln von Zeitschriften - all das drang nur gedämpft zu Fatma durch, wie Geräusche unter Wasser. Bülents Daumen strich immer wieder sanft über ihren Handrücken, ein kleiner Anker in der Brandung ihrer Gefühle.
    
    Als ihr Name aufgerufen wurde, folgte Bülent Fatma in das Behandlungszimmer. Dr. W., ein älterer, freundlicher Mann mit ruhigen Augen, begrüßte sie mit einem warmen Lächeln. Er war es gewohnt, dass der Ehemann bei Untersuchungen dabei war, und ging selbstverständlich davon aus, dass das heranwachsende Leben in Fatmas Bauch ihres beider Kind war. Seine unbeschwerte Haltung war ein schmerzlicher Stich in Fatmas Herz, eine Erinnerung an das, was hätte sein können, und an die Lüge, die sie nun leben mussten.
    
    Die Untersuchung begann. Fatma legte sich auf die Liege, die kalte Gelmasse des Ultraschalls auf ihrem Bauch war ein vertrautes Gefühl, doch diesmal mischte sich ein bitterer Beigeschmack unter die Erwartung. Der Arzt führte das Gerät über ihren Unterleib, und auf dem Monitor erschien das flimmernde Bild ihres Babys. Ein ...
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