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Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin
Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,
... Gefahr für Mutter und Kind bedeutet, dann ja", sagte er entschlossen. Er brauchte diese Informationen, diese Gewissheit, was auch immer sie bedeuten mochte. Dr. W. erklärte natürlich, dass jeder Eingriff ein gewisses Risiko in sich trug, aber diese speziellen Untersuchungen wären weit unter 1%, daher fast vernachlässigbar. Er spürte, dass es für Bülent wichtig war, diese Informationen zu haben, eine rationale Basis in diesem emotionalen Chaos. Fatma sah ihren Mann an, spürte seine Entschlossenheit, seine Angst. Ihre Hand legte sich vorsichtig auf ihren Bauch, so dass Bülent es nicht gleich wahrnahm. Sie nickte ihm dann doch zu, eine stumme Zustimmung, die das Unaussprechliche zwischen ihnen besiegelte. Es war ein bitterer Schritt, aber ein notwendiger, um diesen Weg gemeinsam gehen zu können. Die Vorbereitung für die Blutentnahme aus dem Baby im Bauch der Mutter begann. Dr. W. arbeitete professionell und ruhig, erklärte jeden Schritt. Durch den vaginalen Eingang wurde dem Baby vorsichtig Blut entnommen. Ein mulmiges Gefühl überkam Fatma, als sie die Nadel eindringen spürte, ein Stich, der nicht nur ihren Körper traf, sondern auch ihre Seele. Anschließend wollte der Arzt auch der Mutter Blut abnehmen. Dann sagte er, ohne nachzudenken: "Normalerweise müsste der Vater auch Blut abgeben." Er bemerkte seinen Fehler sofort, als Bülents Gesicht sich verfinsterte und Fatma kurz die Luft anhielt. Dr. W. räusperte sich unbehaglich und ging dazu über, das Blut von Fatma ...
... abzunehmen. "Wo wäre denn der Erzeuger?", fragte er dann, um alle Möglichkeiten abzudecken. Fatma antwortete deutlich und mit einer Genugtuung, die sie nicht zu verbergen suchte: "Im Gefängnis." Eine kurze Stille folgte. Der Arzt hob die Augenbrauen. "In welchem Gefängnis ist er denn?", fragte er dann, und erklärte, dass es am sichersten wäre, wenn man auch das Blut von ihm hätte, um alle Eventualitäten abklären zu können. Fatmas Augen weiteten sich vor Entsetzen. "Nein!", sagte sie aufgeregt, ihre Stimme scharf. "Er weiß nichts von dem Baby, und dabei muss es auch bleiben!" Die Vorstellung, dass Michael von ihrer Schwangerschaft erfahren könnte, war unerträglich, eine erneute Verletzung, die sie nicht zulassen konnte. Doch da mischte sich Bülent ein. Seine Stimme war ruhig, aber eine unterschwellige Bitterkeit schwang mit. "Warum? Warum soll er nicht wissen, dass er bei Tülay jahrelang daneben geschissen hat und bei dem einzigen Mal mit dir genau ins Tor getroffen hat?" Seine Augen bohrten sich in Fatmas, seine Stimme wurde lauter, die ganze Angst und die Befürchtungen, die er seit Tagen in sich trug, lagen in diesem einen Satz. "Hast du etwa Angst, dass er Ansprüche stellen könnte, die du ihm dann nicht verwehren kannst?" Es war die ultimative Zerreißprobe, die Frage, die alles infrage stellte. Fatma sah ihn tief und mit all ihrer Liebe an. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, die sie diesmal nicht zurückhielt. Ihre Antwort war ruhig, souverän, erfüllt von einer tiefen, ...