1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... fragte er besorgt. Sie bejahte schluchzend, versuchte sich zusammenzureißen. "Dr. W. hat angerufen", brachte sie schließlich hervor, ihre Stimme zitterte. "Er möchte uns heute noch sprechen, so schnell wie möglich."
    
    Bülent verstand sofort, was das bedeutete. Eine düstere Wolke legte sich auch über ihn. Es kam keine Freude auf, wie auch. Es war ein kleiner Mensch, der bei dieser Unterredung vielleicht den Todesstoß bekommen würde. Nein, das war nichts, worüber er sich freuen würde, ganz im Gegenteil. Er konnte sich nicht vorstellen, wie sich Fatma gerade fühlen musste, dieses immense Gewicht auf ihrer Seele. Daher sagte er sofort, dass er sich freinehmen und sofort zu ihr kommen würde, sie solle den Termin entsprechend wählen.
    
    Er fuhr auch gleich los, um Fatma zu stützen. Sie war und blieb seine Lebenspartnerin, egal was ihnen auch passiert war, und er würde immer für sie da sein.
    
    Da er etwa anderthalb Stunden brauchen würde und sich echte Sorgen um Fatma machte, rief er Tülay an, die nur etwa zehn Minuten von ihrem Haus entfernt arbeitete. Tülay sagte sofort zu, ließ sich Urlaub geben und fuhr schnurstracks zu ihrer Schwester.
    
    Als Bülent eineinhalb Stunden später ankam, hörte er die beiden Schwestern diskutieren. Tülay sagte mit einer Stimme, die Pragmatismus und vielleicht auch ein wenig Erleichterung verriet: "Sei doch froh, wenn das Kind abgetrieben werden muss. Dann hast du auch kein Problem mit Bülent."
    
    Fatmas Antwort kam scharf, erfüllt von einer tiefen, ...
    ... unerwarteten Zuneigung, die alle Rationalität beiseiteschob: "Ich kann es mir auch nicht erklären, aber ich habe eine besondere Beziehung zu diesem Baby. Ich liebe es, genauso wie meine beiden anderen Kinder. Auch wenn ich den Vater nie wieder sehen will, hat das mit dem Kind in meinem Bauch einfach nichts zu tun." Ihre Stimme brach leicht. "Aber jetzt fahren wir zum Arzt, weil es wohl nicht ganz gesund ist. Ich kann das nicht." Der Gedanke, das Kind zu verlieren, war für sie in diesem Moment unerträglich.
    
    Tülay, offensichtlich überrascht von Fatmas emotionaler Reaktion, versuchte, sie zu stärken. "Du musst stark sein, Fatma. Bülent Abi kann doch nicht alles für dich machen."
    
    Bülent machte sich bemerkbar. Beide Frauen drehten sich um. Fatma lief auf ihn zu, ließ sich in seine Arme fallen und weinte hemmungslos, all die aufgestaute Angst und Trauer brachen aus ihr heraus. Tülay, die sonst so kühl und beherrscht war, schien von Fatmas Schmerz betroffen. Sie machte Tee, und so langsam fing Fatma an, sich zu beruhigen, ihre Schluchzer ebbten ab.
    
    Der Termin rückte immer näher. Fatma machte sich nichts vor: Es würde sie am härtesten treffen, und wie sie damit fertig werden würde, wusste sie nicht. In diesem Augenblick war selbst Bülent für sie kein Trost, die Trauer um das, was möglicherweise bevorstand, war zu tief.
    
    Die schockierende Enthüllung
    
    Sie saßen zu dritt bei Dr. W. im Besprechungsraum. Fatma und Bülent nebeneinander, Tülay ihnen gegenüber, ihre Hände fest ...
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