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1952, ein deutscher Student in den USA
Datum: 09.04.2026, Kategorien: Reif
... damit einverstanden. Ich fand unter den Gis einen Soldaten, dessen Bruder in Charlotte lebte. Der Gi würde per Post meine Hefte zu seinem Bruder schicken, dadurch war sichergestellt, dass meine Pakete nicht vom Zoll einkassiert würden. Natürlich erhielt der GI und dessen Familie auch Geld dafür, aber es würde mein Auskommen in den USA sichern, wie ich hoffte. Ich suchte die schönsten Exemplare heraus, mit Dingen, die die Amis kennen könnten. Mit Orten, wie dem Hofbräuhaus, dem Schwarzwald, Berlin und die der romantischen Vorstellung der Amis von Deutschland entsprach. Lederhosen, Dirndl, Marschmusik und natürlich vielen deutschen "Fräuleins"! ... Ich verschickte 8 Pakete mit 8 Ausgaben mit je 800 Exemplaren, ließ einen Preis von 50 Cent, das entsprach 2,10 DM, aufdrucken und "Limited Edition" und "500 Copies", "Gold Edition". Dafür ließ ich die Zeichnungen und das Deckblatt colorieren. Das kostete pro Heft 5 Pfennig mehr. Natürlich versendete ich auch die Druckvorlagen meiner weiteren Hefte und schuf vorab Kontakte über die Gis zum Fort Bragg, sogar zu einem Händler, der vorab einige Exemplare von mir erhielt und der direkt 400 Exemplare von jeder Ausgabe haben wollte. Nach meinen Prüfungen machte ich erneut meine große Tour zu allen amerikanischen Standorten im Süden Deutschlands, die ich belieferte und verkaufte dort zwei Monate lang viele meine Hefte, deren Preis ich um 10 Pfennig anhob und die auch coloriert wurden, damit die Händler mehr Gewinn machten ...
... und sich die Hefte noch besser verkaufen ließen. Es war "Klinkenputzen", aber es lohnte sich! Ich verkaufte innerhalb von 2 Monaten 12000 Hefte, nur per Post wären es maximal 5400 gewesen. Ich verkaufte mehr Ausgaben in deutlich kürzeren Abständen und ich machte den Händlern auch deutlich, dass ich weggehen würde und sie nun letztmalig die Chance hätten Hefte zu kaufen. Also horteten sie meine Hefte, um sich den Gewinn nicht entgehen zu lassen. Ich übernachtete jetzt überwiegend in Jugendherbergen oder Unterkünften des CVJM, manchmal auch bei den Familien meiner Kommilitonen. Das senkte meine Kosten, denn ich hatte immer noch Angst, dass mir das Geld ausgehen könnte. Ich war sehr sparsam und ich hatte schon einiges an Geld gespart. Vielleicht war ich sogar schon fast geizig, aber die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre hatten da etwas in mir bewirkt, dass sich rational nicht erklären ließ. In Einzelfällen gewährte ich den Händlern jetzt auch mal Rabatte, um möglichst viele Exemplare zu verkaufen. Auch wenn mein Bruder den Vertrieb weiterführen würde, so funktionierte dieser kleine Trick ganz gut. Erst auf der letzten Tour teilte ich ihnen mit, dass mein Bruder den Vertrieb übernehmen würde. Vier Mal machte ich meine Tour in den 2 Monaten und einige Male musste ich schnell verschwinden, da die Kiosk Besitzer oder mögliche Käufer mit der Polizei drohten und nach Abzug aller Kosten blieben 5200 DM übrig. Abends übersetzte ich meine Diplomarbeit auf Englisch und ...