1. Lea und Niko - Das Experiment (Kapitel 7)


    Datum: 11.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus

    ... Lea blieb stehen. Zwischen zwei der Regale steckte ein Stückchen Papier aus einem Buch hervor.
    
    „Siehst du das?“ Sie deutete darauf, aber trat nicht näher. Es war zu auffällig, zu offensichtlich. Und doch… es sah genau nach Maras Handschrift aus.
    
    Niko zog das Buch vorsichtig hervor. Es war ein schmales Heft in rotem Einband, vermutlich irgendein Essayband. Zwischen Seite 17 und 18 steckte ein gefalteter Zettel. Er war aus braunem Packpapier, akkurat gefaltet. Darauf in schwarzem Fineliner:
    
    Lea brauchte ein paar Sekunden, dann grinste sie. „Klingt eindeutig nach Mara. Und ein bisschen nach Reim-Fail.“
    
    Niko lachte leise. „‚Wo Lust verborgen ist‘? Vielleicht erotische Literatur?“
    
    „Oder Aufklärung. Medizin. Oder – warte… das klingt wie...“ Sie schaute sich um, dann stieg sie zwei Regale weiter, prüfte das Schild. „Sachgebiet 6.2: Sexualität. Gynäkologie. Alternativpädagogik. Was für eine Kombi.“
    
    Niko trat neben sie. „Gynäkologie oder Kamasutra. Na, was wird's wohl?“
    
    Sie arbeiteten sich weiter durch die Regale – systematisch, doch leise kichernd. Und dann, dort, in einem metallenen Fach auf Augenhöhe: Ein in Leder gebundenes, abgegriffenes Buch mit goldener Prägung. Der Titel:
    
    „Kamasutra – Illustrationen klassischer Liebeskunst“
    
    „Oh mein Gott“, flüsterte Lea. „Sie meint das wirklich ernst.“
    
    Ein weiterer Zettel lugte aus dem Inneren hervor. Diesmal in rosa. Darauf stand nur:
    
    Niko blätterte sofort zur Seite. Dort klebte ein Post-it mit Maras ...
    ... krakeliger Handschrift:
    
    Beide brachen in gedämpftes Gelächter aus, mussten sich sogar aneinander abstützen, um nicht aufzufallen. Es war typisch Mara. Spöttisch, durchtrieben, und trotzdem irgendwie… charmant.
    
    „Was jetzt?“, flüsterte Lea. „Fotos machen?“
    
    Niko holte sein Handy raus. „Selbstauslöser… oder?“
    
    Lea versuchte, das Buch auf einem der nahegelegenen Tische zu platzieren. Sie lehnten es gegen eine Bücherstütze, schräg aufgeschlagen, sodass eine der illustrierten Positionen sichtbar wurde. Beide betrachteten sie. Die Haltung war artistisch. Komplex. Und vor allem – fordernd.
    
    „Ich fang nicht nackt an zu turnen, wenn da vorne noch drei Leute sitzen“, flüsterte sie.
    
    „Dann müssen wir einen abgeschiedenen Platz finden“, sagte Niko. „Irgendwo, wo niemand ständig durchläuft.“
    
    Sie nahmen das Buch mit – vorsichtig zwischen zwei andere Bände geklemmt – und zogen sich in eine dunklere Ecke zwischen Ethnologie und Altphilologie zurück. Dort gab es eine Art Leseecke mit einem durch Bücherwände abgeschirmten Sofa.
    
    „Hier geht’s“, flüsterte Niko. „Niemand sieht uns.“
    
    Lea atmete tief durch. „Okay. Wir versuchen’s. Aber wir bleiben professionell, ja?“
    
    „So professionell wie zwei Nackte mit Kamasutra-Buch eben sein können.“
    
    Sie positionierten das Handy mit einem improvisierten Ständer aus drei Büchern und stellten den Zeitauslöser ein. Die erste Stellung war akrobatisch, aber mit etwas Absprache – und Kichern – schafften sie es. Klick.
    
    Die zweite war schwieriger. ...
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