1. Lust am Abgrund


    Datum: 13.04.2026, Kategorien: Reif

    ... spiegelte sich hundertfach in ihren Augen. Sie berührte sich nicht. Noch nicht. Doch ihr ganzer Körper vibrierte. Ihr Atem wurde schneller, als Jonas tiefer stieß, die Frau stöhnte, sich ihm entgegenbog.
    
    Frieda war erregt wie nie -- ohne dass man sie auch nur angefasst hatte.
    
    Als die Frau leise kam, sich an Jonas' Schultern krallte und ihre Lust kaum bändigen konnte, stand Frieda langsam auf. Sie trat näher, legte zögernd eine Hand auf Jonas' Rücken. Der zuckte nicht, sondern drehte sich leicht sein Blick fragte, nicht forderte.
    
    „Jetzt ich", sagte Frieda leise.
    
    „Allein?"
    
    Sie nickte.
    
    Die andere Frau wich wortlos zurück, schob Frieda ein kleines Fläschchen zu Massageöl. Dann verschwand sie.
    
    Frieda kniete sich hin. Tropfte das Öl auf Jonas' Rücken. Ihre Finger glitten über die Muskeln, das warme Öl schimmerte im Spiegel. Sie sah sich selbst nackt, glänzend, lebendig. Ihre Hände wurden mutiger, wanderten zu seinem Hintern, seinen Hüften. Er ließ sie gewähren.
    
    „Dreh dich um", sagte sie. Ihre Stimme klang fremd. Tief. Voll.
    
    Jonas gehorchte. Sein Körper war gespannt, bereit. Frieda setzte sich auf seine Oberschenkel, küsste ihn, führte ihn in sich. Langsam. Tief. Ohne Scheu.
    
    Diesmal war sie die, die bestimmte. Die ihren Rhythmus fand. Die ihre Lust nicht kontrollierte sondern zelebrierte.
    
    Sie kamen gleichzeitig. Und der Spiegel zeigte nicht nur zwei Körper, sondern zwei Seelen, die sich ohne Maske endlich gefunden hatten.
    
    Am nächsten Morgen, ...
    ... als Frieda sich in ihrem eigenen Bad im Spiegel betrachtete, lächelte sie. Ihre Haut glänzte noch vom Öl. Ihre Haare fielen ungebändigt über die Schultern. Aber es war etwas anderes. Ihre Augen waren wacher. Tiefer.
    
    Jonas trat hinter sie.
    
    „Warst du überrascht?"
    
    „Nein. Nur endlich angekommen."
    
    Er küsste ihren Nacken.
    
    „Und was jetzt?", fragte er.
    
    „Jetzt", sagte sie leise, „will ich wissen, wie viel mehr ich bin. Wie viel ich noch werden kann."
    
    Die Tage nach der Nacht in der Villa vergingen wie im Nebel aus Wärme, Lust und neuen Gedanken. Frieda spürte noch immer Jonás Hände auf ihrer Haut, doch auch etwas anderes etwas Tieferes. Der Blick in den Spiegel hatte sie verändert. Das war kein Spiel gewesen. Es war ein Erwachen. Und Carla hatte ihr dieses Erwachen geschenkt. Am dritten Morgen danach lag ein neuer Umschlag im Briefkasten. Schwarzer Karton, keine Briefmarke. Nur ein goldenes Wachssiegel. Ein stilisiertes Auge das Symbol der Partyvilla.
    
    Frieda öffnete ihn mit bebenden Fingern. Darin: ein schmaler Zettel.
    
    _„Du hast deine Haut gezeigt.
    
    Jetzt zeig deine Seele.
    
    Samstag. Dieselbe Villa.
    
    Nur für dich -- und für alle, die bereit sind, ihre Schatten zu küssen.
    
    Carla"
    
    Keine weiteren Hinweise. Nur der Vermerk:
    
    „Du darfst niemanden mitbringen. Wer da ist, wird da sein."
    
    Samstagabend. Frieda wählte nichts aus dem Schrank. Sie ließ sich von ihrem Gefühl führen: ein hauchdünner, dunkelvioletter Kimono aus Seide, der bei jedem Schritt zu ...
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