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Meine Physiotherapie-Ausbildung #10
Datum: 22.04.2026, Kategorien: Erstes Mal
... glaube auch schon, dass ich weiß, wo sich die Königin aufhält. Siehst du auf der Gartenmauer die drei kleinen Trauben mit Bienen? In einer davon befindet sich bestimmt die Königin. Da komme ich mit dem Handfeger gut dran und du musst nur die Kiste darunter halten. Wenn dir dabei zufällig mal die eine oder andere Biene auf den Armen landen sollte, darfst du dich aber nicht erschrecken. Auch wenn sie dir auf den Armen rumkrabbeln, werden sie dich bestimmt nicht stechen. Auf jeden Fall wäre es überhaupt nicht gut, wenn du die Kiste mit den Bienen vor Schreck fallen lassen würdest!" Keine Ahnung, wie ich auf einmal den ganzen Mut aufbrachte, es zu versuchen. „Okay, dann lass uns die Sache mal hinter uns bringen!", kam mir zu meiner eigenen Überraschung über die Lippen. „Sehr gute Einstellung. So gefällst du mir schon viel besser. Also los, walte deines Amtes!" [Anmerkung des Autors: Zu der folgenden Darstellung aus der Sicht der Bienen hat mich eine Szene aus einem meiner Lieblingsbücher, „Cannary Row" von John Steinbeck inspiriert. In dieser Szene herrscht plötzlich heller Aufruhr unter den Fröschen in einem Teich, als die friedliche Natur ohne jede Vorwarnung durch den lautstarken Einsatz einiger der Hauptprotagonisten des Buches unterbrochen wird. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Frösche auf einmal zu fangen, um sie einem Wissenschaftler für sein Forschungslabor zur Verfügung zu stellen. Doch nun weiter im Text!]. Aus der Sicht der Bienen war ...
... die Welt bis zu diesem Moment noch in Ordnung. Die Sonne schien warm vom Himmel, es wehte nur ein laues Lüftchen und es lockte die Aussicht auf ein schönes, neues zu Hause. Wären die Bienen nicht so sehr damit beschäftigt, sich Zugang zu einem der Bienenbeuten zu verschaffen, die so verlockend nach Honig und Pollenvorräten duftend auf der Wiese standen, hätten sie vielleicht die beiden Nackten mit ihren komischen weißen Hüten entdeckt, die sich aus dem Hinterhalt heimlich an sie heran schlichen. Ehe sie sich der Nähe der beiden Gestalten bewusst wurden, setzte aus heiterem Himmel plötzlich ein völlig gewaltiger Regenschauer ein. Die Bienen waren ob des unerwartet einsetzenden Regens so überrascht, dass sie nicht einmal den ungewöhnlichen Umstand registrierten, dass es diesmal nicht von oben, sondern von unten und aus ständig sich ändernden Richtungen regnete. Alles, was für die aufgeschreckten Bienen in diesem Moment zählte, war sich umgehend zu ihrer Majestät, der Königin des Volkes zu begeben und diese vor den infernalischen Regenmassen zu schützen. Als gäbe es nichts Wichtigeres auf dieser Welt, stürzten sich auf einmal abertausende Bienen in die gleiche Richtung, nämlich jene, in der die Königin mit einem großen Teil ihres Hofstaates auf der Gartenmauer saß. Diese ließ sich gerade nichtsahnend in der willkommenden Pause nach der langen Zeit permanenter Eiablage die Sonne auf die so lang vernachlässigten Flügel scheinen, während sich ihr Volk nach Kräften für sie abmühte, ...