1. Durchschnitt Teil 1


    Datum: 28.04.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    ... Sprechanlage. Darauf war ich nicht vorbereitet und so stotterte ich: "Hier ist Max Palien. Wir kennen uns vom Supermarkt. Sie haben mir eben geholfen." Eine halbe Minute passierte nichts. Dann summte der Türöffner.
    
    Ich drückte die Haustür auf und ging ins Haus. Am Ende vom Flur öffnete sich die linke Wohnungstür. Dort stand jetzt Durchschnitt in einem mausgrauen Schlabber-T-Shirt und einer Jogginghose mit einem Handtuchturban auf dem Kopf, zur Hälfte von der halboffenen Tür verdeckt. Ich ging auf sie zu und streckte die Sachen vor mich: "Ich habe aus versehen ein paar von Ihren Sachen eingepackt. Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten und vielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben." Erstaunt sah sie mich an "Oh, vielen Dank. Das hätte nicht sein müssen. Ich würde Ihnen gern einen Kaffee anbieten. Aber im Moment bin ich gerade in Eile, weil ich noch weg muss." Ich antwortete: "Das muss nicht sein, machen Sie sich keine Umstände." Ich war schon wieder halb im Gehen und hatte schon den ersten Schritt gemacht, als sie rief "Dienstag..." Ich blieb stehen und wendete mich ihr mit einem fragenden Gesichtsausdruck zu. "Am Dienstag hätte ich Zeit, uns einen Kaffee zu machen. Es würde mich freuen, wenn Sie kommen?" schaute sie mich fragend an. Etwas überrumpelt antwortete ich: "Äh...also...ja, gern." Mit einem Lächeln auf dem Gesicht sagte sie: "Schön, also nach der Arbeit, um 17 Uhr. Ist das ok für Sie?" "Ja, gern." gab ich zurück.
    
    Auf meinem Heimweg dachte ich ...
    ... 'Mann, warum habe ich mich darauf eingelassen.' Andererseits war ich neugierig darauf, mehr zu erfahren und zu sehen, um zu wissen, ob sie wirklich so durchschnittlich war.
    
    Ich hatte die Verabredung schon völlig vergessen, als mich mein Kalender am Dienstagnachmittag erinnerte. So ein Mist, eigentlich hatte ich noch ins Fitnessstudio gewollt. - Was für die Figur tun, nach Bekannten Ausschau halten und vielleicht ein bisschen flirten. Nach grauer Maus war mir gerade so gar nicht. Zu blöde, dass ich keine Telefonnummer von ihr hatte, dann hätte ich ihr absagen können. Aber jemanden einfach versetzen, war auch nicht meine Art. Also entschied ich mich eher missmutig zum Kaffee zu gehen.
    
    Ich fuhr nach Hause, stellte mein Auto ab und machte mich noch etwas frisch. Dann ging ich zu Fuß zu 'Durchschnitt'. Auf dem Weg spekulierte ich in Gedanken darüber, ob sich meine Vermutungen zu ihrer Durchschnittlichkeit bestätigen würden.
    
    Punkt 17 Uhr drückte ich auf den Klingelknopf. Um 17 Uhr und 10 Sekunden ging die Tür auf. Am anderen Ende vom Hausflur stand 'Durchschnitt' in ihrer billigen Softshelljacke und Walkingschuhen: "Ich bin eben erst aus dem Büro gekommen und würde gern noch etwas spazieren gehen um den Bürostress abzubauen. Ist Ihnen das Recht?"
    
    Es war mir eigentlich egal. Aber Bewegen ist immer gut. Also antwortete ich: "Ja, gern."
    
    'Durchschnitt' kam heraus und wir gingen am Ortsrand entlang durch Wälder und Felder.
    
    "Max, darf ich Max zu Dir sagen?" fragte sie ...
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