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Julias Weg - Kap. 1
Datum: 06.05.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... schon erklärt. Sie ging zur Arbeit, um zu arbeiten und nicht, um anderen zu gefallen. Trotzdem hatte sie lange kein -- wenn auch so plumpes -- Kompliment mehr von einem Mann erhalten. „Danke!", sagte sie schüchtern und lächelte ihn an. Unter normalen Umständen hätte sie das Kompliment ignoriert, aber die letzten beiden Tage waren irgendwie anders. Sie schaute auf die Uhr, es war kurz vor 20:00 Uhr. Sie war -- wieder -- ziemlich betrunken, saß in einem türkischen Restaurant neben einem Mann, der nicht Jens hieß und ihr Ehemann war, sondern ein Türke. Sie gab Dilara, die sich sehr angeregt mit Marek unterhielt, ein Zeichen und ging auf die Toilette. Dort stellte sie fest, dass ihr Tanga sehr feucht war. Sie war verwirrt, was passierte mit ihr? Beim Anziehen achtete sie darauf, dass der Tanga wieder über dem Rockansatz sichtbar war, wusch sich die Hände und ging zu ihrem Tisch zurück. Marek hatte mittlerweile den Arm um seine Sitznachbarin gelegt, sie hatte den Kopf zu ihm gedreht und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Als Julia sich näherte, sah sie, dass Dilara mit ihrer Hand seinen Oberschenkel streichelte. Machte sie etwa gleich mit diesem Typen rum? Viele verschiedene Gedanken gingen ihr in kurzer Zeit durch den Kopf. Das WortSürtük, dass sie ja wohl mit Emre den eindeutig besseren Fang machen würde, dass sie verheiratet ist und eine treue Ehefrau. Sie erschrak sich innerlich über den zweiten Gedanken und ein Schauer durchfuhr sie. Ein Ausländer ein guter Fang? „No ...
... way!", dachte sie abschließend und setzte sich wieder neben Emre. Die beiden gegenüber ließen sich mittlerweile fast gar nicht mehr stören und waren in etwas vertieft, was Julia nicht verstehen konnte. Dilara küsste Marek tatsächlich erst zärtlich auf die Wange, bevor Marek seinen Kopf drehte und sich ihre Lippen berührten. Schnell küssten sie sich leidenschaftlich, Julia sah, wie ihre Zungen miteinander spielten und Dilara ihre Hand nun in seinem Schritt hatte. Die Hitze stieg in Julia auf. So schamlos empfand sie die Situation, dass die beiden vor ihr nun rummachten. Trotzdem spürte sie ein Kribbeln in ihrer Muschi, sie war langsam aber sicher immer erregter. Sie versuchte den Blick zu dem Treiben auf der anderen Seite des Tisches zu vermeiden und wandte sich Emre zu. Sie unterhielten sich eine Weile. Plötzlich spürte sie seine Hand auf ihrem Rücken, er streichelte fast unmerklich ihren Rücken. Julia war wie paralysiert. „Was fällt dem ein?", dachte sie verärgert bei sich. Sie fand jedoch nicht den Mut, seine Hand dort zu entfernen. Sie musste auch gestehen, dass die Berührung an sich ihr gefiel. Zu lange hatte sie keine Berührungen mehr genießen dürfen und ließ ihn gewähren. Sie unterhielt sich mit ihm über belangloses Zeug und war mehr mit sich selbst beschäftigt. Emre war Ausländer, sie hatte privat in ihrem bisherigen Leben gar nichts mit Türken oder so zu tun. Sie hatte sie bisher nur als negativ wahrgenommen. In ihrer Welt waren Ausländer grundsätzlich ...