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Julias Weg - Kap. 1
Datum: 06.05.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... die Zigarette. „Musst du ändern, weißt du selbst, ne? „Aber wie?" Julia war verzweifelt. „Babe, du bist ne heiße Braut." „Danke!" Julia errötete erneut. „Du darfst deine guten Jahre einfach nicht verschenken. Nimm dir, was du brauchst." „Ich liebe Jens." „Ich liebe Kerim auch abgöttisch, ficke aber trotzdem regelmäßig andere Typen." „Weiß Kerim davon?" „Safe, Baby!" Sie lachten wieder beide herzhaft. Julia drückte die Zigarette im Aschenbecher aus und schaute Dilara an. „Jens würde das niemals zulassen." „Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß, Baby!", sagte Dilara in verschwörerischem Ton und lächelte Julia an. „Du musst mehrSürtük sein... wie ich." Dilara beobachtete Julia für einen Moment. „Gehen wir beide öfter mal aus, Baby? Dann zeige ich dir wieSürtük geht." Julia war mittlerweile total betrunken und auch wieder etwas euphorischer. Sie verdrängte die Gedanken an ihren Mann, zu dem sie bald zurückkehren würde. „Wir beide öfter ausgehen? Safe!" wieder mussten beide lachen. „Harika!Sürtük sein wird dir gefallen", sagte Dilara und fing an, beide Sprachen zu vermengen. „Ben bir orospuyum ve bunu yapmaktan zevk alıyorum!" Julia verstand kein einziges Wort, mochte aber die Art, wie Dilara diese Worte sagte. „Wart ab, bis du Kerim kennenlernst, Baby! Der steht auf blonde Frauen, sei also vorsichtig." „Ich werde es mir merken", erwiderte Julia. Sie schaute auf ihre Uhr und stellte fest, dass es bereits kurz nach ...
... Mitternacht ist. „Gehen wir noch irgendwo hin heute?" „Baby, ich hab gleich noch Date, tut mir echt leid. Ich dachte nicht, dass du überhaupt so lange bleibst. Bin schon krass spät dran." „Mit Kerim?" Dilara schüttelte den Kopf und lächelte Julia verschmitzt an. Julia verstand und zwinkerte ihrer neuen Freundin zu. Julia wollte die Hälfte der Rechnung übernehmen, doch Dilara bestand darauf, dass sie selbst alles bezahlen würde. „Fahişe mi olmak istiyorsun?", fragte sie Julia. Fahiesche... Julia mochte das Wort, obwohl sie keine Ahnung hatte, was das bedeutete. „Sag einfach ja!" Dilara küsste sie zum Abschied auf die Wange. „Safe!", sagte Julia. Beide lachten wieder herzhaft. Sie umarmten sich zum Abschied und Julia machte sich auf den Weg zur U-Bahn. Sie erinnerte sich an die Zustände auf der Hinfahrt und versuchte, ihren Mann anzurufen. Es war nicht überraschend, dass sie ihn nicht erreichte. Auf dem Weg zur U-Bahn merkte Julia, dass sie den ganzen Abend noch nicht auf der Toilette war. Sie betrat den Hauptbahnhof und ging in Richtung der öffentlichen Toilette. Die war jedoch um diese Zeit geschlossen. "So ein Mist!", fluchte sie leise und schaute auf die Uhr. In fünf Minuten würde die nächste Bahn fahren. Ihr Drang zu pinkeln war jetzt enorm, aber sie wusste, dass sie es bis nach Hause zurückhalten musste. Als Julia die Rolltreppe zur U-Bahn-Station erreichte, stolperte sie fast. Der Alkohol machte es ihr zunehmend schwerer, geradeaus zu gehen. Am ...