1. Vom Fitnesstrainer erweckt


    Datum: 07.05.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... ganz woanders.
    
    Sie dachte an Miguel. An seine Hände. Seine Stimme. Sein Geruch. Und daran, wie es sich angefühlt hatte, als er sich über sie gebeugt hatte, beim Spinning. Nicht absichtlich - nicht aufdringlich. Aber zu nah. Zu körperlich. Zu echt.
    
    Sie hatte nie an einen anderen Mann gedacht. Nicht ernsthaft. Nicht mit Lust. Und doch spürte sie etwas, das sie verunsicherte - aber nicht losließ. Etwas, das sie nicht kontrollieren konnte. Etwas, das zog.
    
    Als sie später in der Bar saßen, redete Tanja von irgendeinem Barkeeper. Melanie bestellte Runde drei. Sie aber öffnete ihr Handy, heimlich unter dem Tisch, und loggte sich in die AIDA-App ein.
    
    Personal Training - Miguel. Morgens um neun. Nur noch zwei Slots frei.
    
    Der Preis war... lächerlich hoch. Und doch klickte sie. Ohne zu überlegen. Einfach: Buchen.
    
    Zurück in der Kabine sank sie ins Bett. Melanie schlief schon, leicht schnarchend. Sie selbst lag lange wach. Dachte an seine Stimme. Seine Bewegungen. Die Wärme in seinem Blick. Und an das Ziehen tief in ihrem Körper, das sie nicht mehr weglächeln konnte.
    
    Am nächsten Morgen wachte sie vor dem Wecker auf. Noch vor sieben. Nervös. Aufgeregt. Nicht wie sonst. Nicht wie die Frau, die sie war.
    
    Sie stand auf, zog sich leise ins Bad zurück und ließ das warme Wasser über sich laufen. Länger als sonst.
    
    Und dann griff sie zum Rasierer.
    
    Erst die Beine. Dann der übliche Bereich.
    
    Doch heute... stoppte sie nicht. Sie rasierte alles. Bis sie ganz glatt ...
    ... war. Unten. Vollständig.
    
    Als sie fertig war, saß sie für einen Moment auf dem geschlossenen Toilettendeckel, nackt, ein Handtuch lose um die Schultern - und fragte sich: Warum? Für wen? Was würde ihr Mann sagen?
    
    Ein Kloß saß ihr im Hals, aber sie schob den Gedanken weg. Heute ging es nicht um ihn.
    
    Sie öffnete vorsichtig die Badezimmertür - nackt bis auf das Handtuch. Melanie blinzelte vom Bett aus, verschlafen.
    
    "Oha... alles glatt, was?"
    
    Sie erstarrte. Melanies Grinsen war unübersehbar. "Wird das ein Workout oder ein Vorstellungsgespräch beim Playboy?"
    
    "Quatsch", sagte sie schnell und winkte ab. "War überfällig."
    
    Melanie lachte, rollte sich zur Seite. "Wie du meinst, Tiger."
    
    Später, als sie sich vor dem Spiegel fertig machte, fiel ihr die Auswahl der Kleidung schwerer als gedacht. Alles wirkte entweder zu bieder - oder zu bemüht.
    
    Am Ende entschied sie sich für das, was am ehrlichsten war.
    
    Schwarze, enge Leggings, die ihre Kurven betonten. Und ein weißes Shirt, vorne geknotet, knapp über dem Bauchnabel. Schlicht, aber aufgeladen.
    
    Sie stand vor dem Spiegel und betrachtete sich. Nicht makellos. Aber... lebendig. Nicht perfekt. Aber plötzlich wieder Frau.
    
    Sie war zehn Minuten zu früh.
    
    Das Fitnessstudio lag ruhig da, nur vereinzelte Schritte auf dem Gang davor. Das große Fenster öffnete den Blick auf das Meer - fast schon unverschämt friedlich. Der Raum roch nach Gummi, frischer Klimaanlage und einem Hauch von Parfum, das sie nicht benennen ...
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