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Die einsame Highland Farm - November 2024
Datum: 17.05.2026, Kategorien: Romantisch
... Sie nahm das Buch in die Hand, drehte es um und las die Rückseite. "Eine Fortsetzung von Fontanes 'Stechlin'? Ist ja spannend." "Ich bin zwar kein Deutscher, aber mein Deutsch ist gut genug, auch deutsche Bücher zu lesen", beantwortete ich ihre Frage. "Der Roman ist von einem Bekannten und echt spannend, insbesondere, wenn man wie ich teilweise in Berlin studiert hat. Wieso fragst Du?" "Ich habe eine deutsche Mutter und bin deshalb doppelter Muttersprachler. Es gibt nicht viele Menschen hier im hohen Norden, mit denen man Deutsch reden kann." "Dann bist Du hier herzlich willkommen. Es würde mein Deutsch vor dem Verrosten bewahren." Wir beide lachten herzhaft. Greta und Evelyn verabschiedeten sich mit großer Herzlichkeit von uns. Wir versprachen uns gegenseitig, am kommenden Wochenende über eine mögliche Realisierung Ihres Umzugs nach Durran Estate zu telefonieren und dann eine Entscheidung zum weiteres Vorgehen zu treffen. "Was für ein süßes Paar", kommentierte Mary, nachdem die beiden Frauen abgefahren waren." "In der Tat", grinste ich zurück. "Wir wären dann drei heterosexuelle Paare, zwei Dreiecksverhältnisse und ein lesbisches Paar auf Durran Estate. Was für eine Mischung." Mary und ich lachten laut und umarmten uns. "Toll, wie weit wir in den eineinhalb Jahren gekommen sind", gestand meine Partnerin. "Ich blicke wirklich voller Optimismus in unsere Zukunft." Trotz eines ungewöhnlich neblig-trüben Novemberstarts, es war tagelang nahezu windstill, ...
... kippte die fröhlich-optimistische Stimmung auf Durran Estate dramatisch um. Am 5. November 2024 wählten die amerikanischen Bürger einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament, ein Ereignis, das bis dahin fast überhaupt nicht in unserer Community diskutiert worden war. Aber als wir nach unserer Zeit einen Morgen später aufwachten, stand der überlegene Wahlsieg Donald Trumps und seiner Republikanischen Partei bereits so gut wie fest. Der 45. Präsident würde auch der 47. Präsident werden. Dieser Wahlsieg löste bei Ludmilla Katschenko und Ekatarina Sharigyn, unseren beiden Ukrainerinnen, ein wahrhaftig emotionales Erdbeben aus. Da Andrew in diesen Morgenstunden auf der Jagd war und John für eine Nacht aus geschäftlichen Gründen auswärts übernachtet hatte, saßen die beiden Schwestern bereits zur Frühstückszeit verzweifelt und verheult an unserem Küchentisch. Sie hatten vor ihrem beiderseitigen Nervenzusammenbruch ihre beiden Töchter bei Vicky abgegeben, dann aber irgendwo einen Ort gesucht, an dem sie sich ausweinen und gegenseitig trösten konnten. "Wir haben heute Nacht endgültig unsere Heimat verloren", wiederholte Ekatarina mehrfach. "Aus, vorbei! Wir werden nie wieder unser Mariupol wiedersehen." "Der Krieg ist verloren. Vielleicht verlieren wir jetzt die ganze Ukraine", ergänzte Ludmilla. "Und damit auch unsere Staatsangehörigkeit und Freiheit." Ich versuchte, auf die Schwestern beruhigend einzuwirken. Ergebnislos. Sie zitierten Donald Trumps Ankündigung, die ...