1. Die einsame Highland Farm - November 2024


    Datum: 17.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Unterstützung für den ukrainischen Abwehrkrieg einzustellen und in einem Telefonat mit Herrn Putin zu beenden. "Ist doch logisch", bellte Ludmilla mich regelrecht an. "Zuerst gibt es einen Waffenstillstand entlang der Frontlinie, dann werden die besetzten Landesteile von Russland mit völkerrechtlicher Anerkennung annektiert. Und anschließend wird im besten Fall die Rest-Ukraine eine entwaffneter, neutralisierter Vasallenstaat des hohen Herrn im Kreml."
    
    "Und dieser Trump wird in die Welt hinaus posaunen, dass er der große Friedensdiplomat ist", setzte Ekatarina noch einen drauf. Sie hatte ihren Weinkrampf in den Armen ihrer großen Schwester ausgestanden. Ihr Gesichtsausdruck hatte von verweint-verzweifelt in trotzig-entschlossen gewechselt. "Wenn ich nicht meine kleine Alexandra hätte, würde ich mich jetzt freiwillig zur Armee melden und bis zu meinem Tod für meine Heimat kämpfen." Sie zuckte mit ihren Schultern. "Sie ist das Einzige, was ich noch habe. Ehemann tot, Heimat verloren, geflüchtet."
    
    "Nein, das ist nicht das Einzige, was Du noch hast", antwortete ich diesmal entschlossener. "Du hast uns, deine Freunde und deine Gemeinschaft auf Durran Estate. Du hast eine neue Heimat."
    
    "Und was ist, wenn diese neue Labour-Regierung, die bisher nichts für unseren Status getan hat, uns anschließend als illegale Einwanderer erklärt und uns eine Frist setzt, in die von Ludmilla so trefflich beschriebene russische Strafkolonie, die bisher Ukraine heißt, zurückschickt?"
    
    So ...
    ... etwa ging unsere Diskussion noch eine halbe Stunde weiter. Immerhin öffnete sie in den Schwestern ein seelisches Überdruckventil, die totale Emotionalität wich langsam nachdenklicheren Aspekten. Dann kamen unsere drei Army-Veteranen von der Jagd zurück, selbst John, den ich per WhatsApp-Nachricht in Caithness mobilisiert hatte, traf etwas abgehetzt an unserem Küchentisch im Farmhaus ein.
    
    In der nächsten dreiviertel Stunde drehte sich unser Gespräch praktisch im Kreis, Ludmilla und Ekatarina wiederholten ihre verzweifelte Lagebeurteilung und ihre Angst vor der Zukunft. Es war unser Internet- und Marketingexperte, der schließlich diesen Knoten löste und dies Karussell der Verzweiflung und Angst durchbrach.
    
    "Wenn ich das alles richtig verstehe", ergriff er plötzlich lautstark das Wort, "haben Du und Ludmilla Angst, dass die große Politik die Ukraine und ihre Menschen 'in die Pfanne' hauen und ihr mit Euren Mädchen zwangsweise unter russische Herrschaft deportiert werdet." Der sonst so smarte und anpassungsfähige junge Highlander wirkte plötzlich wie ein Fels in der Brandung.
    
    "Im Prinzip hast Du das richtig verstanden", entgegnete Ekatarina und Ludmilla nickte heftig zur Bestätigung.
    
    John stand mit einem so heftigen Ruck auf, dass sein Stuhl umkippte. Alle am Tisch versammelten Durran-Bewohner starrten ihn an, nicht ahnend, was nun folgen würde. Es waren vielleicht nur Sekundenbruchteile, die sich in meiner Erinnerung in Zeitlupe über einen deutlich längeren Zeitraum ...