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Die einsame Highland Farm - November 2024
Datum: 17.05.2026, Kategorien: Romantisch
... bewegen konnte. Als persönliche Note hatte sie sich in einem Sportgeschäft zwei stützende und schützende Unterarmbandagen in neongrün besorgt, die innerhalb von wenigen Tagen zu einer Art Markenzeichen für sie geworden waren. Malcom verstand sich auf Anhieb mit Andrew und Mary und erwies sich als sachkundiger Jäger, der selbst Ludmilla noch einige Tricks bei der Verarbeitung des erlegten Rotwilds zeigen konnte. Man spürte, dass das Leben in der Army, das alle drei geprägt hatte, ein besonderes Verständnis füreinander erzeugte. Anscheinend hatte sich unsere Estate auch unter den sich selbständig auswildernden Schwarzwildbeständen 'herumgesprochen'. Jedenfalls hatten unsere drei Jagdkundigen in der ansteigenden Natur-Einsamkeit südlich von Loch Durran, in die sich normalerweise kein Mensch verirrte, zwei weitere Wildschweine geschossen; eine hochwillkommene Qualitätsergänzung und -bereicherung für unsere Pie-Produktion, die sich zügig der magischen eintausend Pie-Grenze pro Tag näherte. Gwen jedenfalls hatte eine vorzüglich schmeckende Rezeptur für eine Wildschwein-Pie geschaffen, die von allen Estate-Bewohnern bei der Probeverkostung hoch gelobt worden war. Dazu hatte Gwen eine Alternative zu ihrer Cumberland-Sauce entwickelt, die wir seit einiger Zeit im Internetshop zu unseren Pies anboten. Anstelle der roten Johannisbeeren als Basisfrucht der Cumberlandsauce hatte sie einheimische Brombeeren genutzt, um dem dunklen Wildschweinfleisch eine eigene Geschmackskomponente ...
... entgegenzusetzen. Frech, wie unsere Gwen war, hatte sie diese spezielle Sauce "Gwensauce" genannt und John hatte diese als spezielle Empfehlung zu unseren neuen Wildschwein-Pies in den Internetshop integriert. Malcolm erwies sich auch auf dem Gebiet der Fischerei als gründlich und systematisch vorgehender Experte. "Habt ihr irgendwelche Unterlagen oder Kenntnisse über euern Fischbestand im Loch und im River Durran?" hatte er mich bereits bei Dienstantritt gefragt. "Nur Lord Roberts Aussagen, dass Loch Durran ein echtes, traditionelles Kopfgewässer für Wildlachs und Brown Trout ist und deshalb unser Laufwasserkraftwerk zwei frei strömende Lachstreppen besitzt. Dazu haben die Wasserzuläufe zum Kraftwerk entsprechende Schutzsiebe, damit keine größerer Fisch hineingerät." Ich zuckte mit meinen Schultern. "Ich hatte Lord Robert bereits nach Unterlagen gefragt, aber er musste verneinen. Er besitzt nichts Entsprechendes." "Gut. Dann müssen wir uns dies Wissen systematisch erarbeiten. Denn wir müssen unter allen Umständen darauf achten, dass Loch und River Durran nicht überfischt werden. Sonst schießen wir uns selbst ins Knie." So stand Malcolm in seinen ersten Arbeitswochen jeden Morgen und Abend am Ufer unseres Loch und an den drei Pools hinter dem Ablauf unseres Wasserkraftwerks, sammelte mit einem Netz Proben und angelte zur Probe, vermaß die gefangenen Fische, katalogisierte sie und entließ sie in ihr heimisches Gewässer. In diesen September- und Oktoberwochen brachte er ...