1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... aber die oberste Führung Russlands ... "
    
    "Präsident Wasili Popov, meinst du", unterbreche ich ihn.
    
    "Genau, Popov will unbedingt deinen Kopf. In der Ukraine und auch in der westlichen Welt bist du zum Symbol für Widerstand, Mut und Entschlossenheit geworden. Das will er brechen."
    
    "Ich bin ein Symbol?"
    
    "Das, was du getan hast, hat alles, was eine gute Heldengeschichte ausmacht. Das einfache Mädchen stellt sich allein und entschlossen dem allmächtigen Feind und fügt ihm schwere Niederlagen zu. Du allein gegen die Staatsmacht des Feindes. Wenn das keine Bedeutung hat."
    
    "Mann, wie oft soll ich es noch sagen, ich hatte Glück."
    
    "Das mag schon sein, es zählt aber das Ergebnis und das ist vernichtend für den großen Präsidenten Wasili Popov."
    
    "Ich bin also eine Heldin und was habe ich davon."
    
    "Du nichts, du musst aufpassen, dass du nicht zur tragischen Heldin wirst. Wenn dich die Russen in die Finger kriegen, dann ..."
    
    "Möchtest du nicht in meiner Haut stecken", vollende ich seinen Satz. "Das wolltest du doch sagen."
    
    "Genau das wollte ich sagen", antwortet er lächelnd. "Verstehst du jetzt, warum wir dich so schützen?"
    
    "Na gut, das ergibt Sinn. Aber warum bin ich in den USA und nicht in meiner Heimat. Nur, weil ihr mich besser schützen könnt?"
    
    "Nein, wir haben noch Hintergedanken."
    
    "Unanständige?"
    
    "Nein, wo denkst du hin", grinst er. "Obwohl ein wenig gemein sind sie, aber nicht dir gegenüber."
    
    "Den Russen gegenüber."
    
    "Wir haben ganz ...
    ... bewusst verkündet, dass du mich in allen Angelegenheiten, die mit deinem Land zu tun haben, beraten wirst. Mir ist schon klar, dass du wenig Einblick hast, was die Politik deines Landes und was Russland angeht, es geht aber vor allem um das Bild."
    
    "Die Heldin der Ukraine an der Seite des mächtigsten Verbündeten. Verstehe."
    
    "Ich habe sogar noch einen weiteren Gedanken. Sollte es zu einem Treffen mit meinem russischen Amtskollegen Labradorov kommen, dann bist du an meiner Seite und genießt dabei als Diplomatin einen besonderen Schutz. Die Staatsfeindin Nummer 1 darf unbehelligt nach Russland ein- und ausreisen. Weißt du, was das für eine Blamage ist?"
    
    "Du bist mir aber ein Schlingel", grinse ich. "Wenn es ganz gut läuft, dann kommt es sogar zum direkten Aufeinandertreffen mit Popov, nehme ich an."
    
    "Du sagst es. Wenn es besonders gut läuft."
    
    "Das ist dann wohl psychologische Kriegsführung, nehme ich an."
    
    "Es geht darum, den Feind zu ärgern, ihn aus der Reserve zu locken. Könnte sein, dass er sich zu etwas hinreißen lässt, was er nachher bereut."
    
    "Ich soll ihn provozieren? Wie denn?"
    
    "Das besprechen wir, wenn es so weit ist."
    
    "Was machen wir bis dahin?"
    
    "Ich denke, du könntest ein wenig Urlaub vertragen."
    
    "Urlaub? Eine Agentin?"
    
    "Naja, du warst nun einige Zeit im Dauereinsatz. Ein paar Tage ausspannen, um den Kopf freizubekommen, wäre doch nicht schlecht?"
    
    "An was hast du dabei gedacht?"
    
    "Es ist dein Urlaub. Aber ich könnte eine Reise quer ...
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