1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... los?"
    
    "Noch heute. Sie sind entlassen."
    
    Wir stehen auf, ich grüße zackig und verlasse das Büro meines Vorgesetzten. Als ich die Tür hinter mir geschlossen habe, bleibe ich erst einmal stehen und schaue etwas abwesend auf die Tür. Mir ist klar, dass sich mit dem Schließen dieser Tür mein Leben völlig verändern wird.
    
    Vorbei das beschauliche Leben in der Kaserne, vorbei die kleinen Aufträge, die mich auf das Leben als Agentin vorbereiten sollten, vorbei das tägliche Training, das zu einer lieben Gewohnheit geworden ist. Nun beginnt der Ernst des Agentenlebens.
    
    Kapitel 2
    
    Mein Gott, ich kann es kaum glauben. Nun bin ich eine richtige Agentin im Einsatz für das Vaterland. Wie üblich packte ich wortlos meine Sachen zusammen. Es ist ein eisernes Gesetz, dass ein abreisender Agent keinem sagen darf, wo er hinfährt und wie sein Einsatz aussieht. Damit will man vermeiden, dass Freundschaften weiter gepflegt werden und damit zu einer Gefahr für den Einsatz, aber auch für die Agenten selbst wird. Zu leicht könnte man sich durch solche Kontakte verraten.
    
    Man könnte sich verplappern, wenn man mit einer Kollegin in Kontakt blieb. Hinzu kommt das Risiko, dass die Kommunikation abgehört oder abgefangen werden könnte. Für einen Hacker wäre es ein Leichtes, sich Zugang zu den Nachrichten und Telefongesprächen zu verschaffen, vor allem, wenn ein Verdacht bestand und gezielt nach Informationen gesucht wird.
    
    Deshalb ist es strikt verboten, auch nur Andeutungen zu machen, was ...
    ... einem die Zukunft bringt. Es ist hart, weil man alles hinter sich lassen muss, aber jeder sieht ein, dass es sein muss. Mit dem neuen Leben bekommt man ein neues Telefon samt neuer Nummer und eine neue Mailadresse, beides natürlich streng geheim.
    
    Während der Ausbildung hat man Freundschaften aufgebaut und muss diese nun hinter sich lassen. Trotzdem hoffte wohl alle, irgendwann die alten Bekanntschaften neu aufleben lassen zu können. Dies muss aber dem Zufall überlassen bleiben.
    
    Jeder kennt diese Regel und so gibt es außer einem kurzen Abschied und einem "Mach´s gut", keinen Austausch. Da man auch erst kurz vor der Abreise über den Einsatz informiert wird, sind auch Abschiedsfeiern oder gar Partys unmöglich. Man geht still und leise, so wie man einst gekommen war. Jeder Agent war irgendwann da, um seine Ausbildung zu beginnen und irgendwann ist er einfach wieder weg. Das ist in meinem Job der Lauf der Dinge.
    
    Ich habe meine wenigen Habseligkeiten in kurzer Zeit gepackt, umarme meine zwei besten Freundinnen, wünsche ihnen "Alles Gute" und mache mich auf den Weg ins Büro, wo ich meine Dokumente, meine Ausrüstung und meine Zugtickets sowie etwas Reisegeld abholen kann. Danach mache ich mich zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof.
    
    Nach einem halbstündigen Fußmarsch sitze ich nun hier und warte auf den Zug. Erst am Bahnsteig, in der frischen Luft des Frühlingsvormittags, kann ich in Ruhe über das nachdenken, was in den letzten Stunden passiert ist. Auch, wenn ich in etwa gewusst ...