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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... freizuschaufeln und kommt tatsächlich mit. Ihn scheint die Abenteuerlust gepackt zu haben, denn er ist sichtlich aufgeregt. Ich habe allerdings den Verdacht, dass er es auch macht, um bei mir zu sein. Die vier Tage sind allerdings sehr schleppend vorbeigegangen. Sam musste mehr als sonst arbeiten, weil er die Arbeit, die für die Zeit seiner Abwesenheit eingeplant war, zum Teil ausgleichen musste. Vor allem ging es um Termine und Besprechungen. Zu meinem Leidwesen haben wir uns aus diesem Grund nur einmal kurz gesehen, um einen Kaffee zu trinken. Dabei hat er mich über die Planung unserer Reise informiert. Ansonsten haben wir nur telefoniert. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich zwischen uns eine Vertrautheit aufgebaut hat, die ich bisher bei kaum einem anderen Menschen so empfunden habe. Ich finde es aber sehr schön, jemandem so nahe zu sein. Von Washington aus fliegen wir nach Anchorage in Alaska. Dort steigen wir in einen Hubschrauber und schon geht es weiter. Da wir mit Militärmaschinen fliegen, sind wir allein an Bord, allein mit den Sicherheitsleuten. Ich habe zwar Sam gegenüber anfangs meinen Wunsch geäußert, allein gehen zu dürfen, habe darauf aber keine konkrete Antwort bekommen und die Anwesenheit der Männer während der Anreise lässt mich vermuten, dass mein Wunsch nicht in Erfüllung geht. Das ist für mich der einzige Wehrmutstropfen. "Da sind wir", ruft uns der Pilot zu. Irgendwo mitten in der Wildnis setzt er zur Landung an. Neben einem Fluss, ...
... der sich perfekt für eine Kanufahrt eignet, liegt eine Lichtung, auf der er den Vogel gekonnt zu Boden bringt. Als die Rotoren stehen, steigen wir aus. Die Sicherheitsleute holen aus einem Gepäckfach zwei große Rucksäcke, zwei Kajaks und die Paddel heraus. "Wir haben alles besorgt, was sie uns aufgetragen haben", sagt einer der Sicherheitsleute zu mir. Er scheint das Sagen zu haben. "Nur zwei?", frage ich überrascht. "Du wolltest doch allein sein - mit mir", grinst Sam. "Passen sie mir aber gut auf den Herrn Außenminister auf", meint der Sicherheitsmann ernst. "Bekomme ich Waffen?", frage ich. "Darauf bin ich nicht vorbereitet." "Was brauchen sie?", will der Sicherheitsmann wissen. "Ein Messer für den Stiefel, eines am Gürtel und eine Pistole." "Das reicht? Wir hätten noch ein Gewehr." "Das ist zu sperrig." "Gut, wenn sie meinen." Er reicht mir das Gewünschte. Ein Messer mit einer 30 cm langen Klinge verschwindet mit einem passenden Schutz in meinem Stiefel. An einem Gürtel befinden sich ein kleineres Messer und ein Revolver. Dieser ist klein, handlich und einfacher in der Anwendung als eine Dienstwaffe des Secret Service. Er ist zudem nicht so empfindlich, wie eine moderne Pistole. Ein Revolver funktioniert auch dann noch, wenn er im Wasser lag. "Wem glaubst du, dass wir in dieser Wildnis begegnen?", will Sam überrascht wissen. "Man muss auf alles vorbereitet sein", sagen ich und der Mann vom Secret Service wie aus einem Mund. Wir ...