1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... die Herausforderung annehmen. Wir schaffen das!", versuche ich ihn aufzumuntern.
    
    "Ach, und wie? Ich bin mir nicht sicher, dass wir es zu Fuß schaffen. Die Kajaks müssen wir hier zurücklassen."
    
    "Kommt nicht in die Tüte", protestiere ich.
    
    "Was willst du dann machen?"
    
    Ohne eine Antwort zu geben, gehe ich vor, bis zur Kante und schaue den Wasserfall hinab. Ich überlege einen Moment, dann mache ich mich ans Werk. Ich binde mein Kletterseil um einen Baum, fädle es bei dem Ring ein, der sich am Kajak ganz vorne befindet und mit dem man es festmachen kann. Dann lasse ich es über die Felskante rutschen und mit Hilfe des Seiles langsam nach unten.
    
    Da ich das Seil so eingefädelt habe, dass es doppelt ist, kann ich eine Seite loslassen und es wieder hochziehen, weil es dann problemlos durch den Ring rutscht, und das Kajak von allein ausfädelt. Das war zumindest mein Plan.
    
    Allerdings ist das Seil nicht lang genug, weil ich es doppelt nehmen muss. Als ich hinabschaue, kann ich zu meiner Erleichterung feststellen, dass das Kajak nur etwa zwei oder drei Meter über der Oberfläche des Sees baumelt, der sich am Fuße des Wasserfalls erstreckt.
    
    Deshalb lasse ich das Ende des Seiles, das nicht um den Baum gewickelt ist, los, das Seil fädelt sich beim Ring des Kajaks aus und wenig später höre ich das Geräusch eines schwereren Gegenstandes, der ins Wasser platscht. Ich hoffe nur, dass das Kajak so auf dem Wasser auftrifft, dass es schwimmt und nicht absäuft.
    
    Ich hole ...
    ... schnell das Seil ein und schaue gespannt nach unten. Es ist alles gut gegangen. Das Kajak schaukelt auf der Wasseroberfläche. Also kann ich mit dem zweiten Kajak gleich verfahren.
    
    Zum Glück schwimmt das erste, getrieben von der Strömung, die der Wasserfall erzeugt, von der Stelle weg, an der ich es abgeseilt habe, sodass keine Gefahr besteht, dass es vom zweiten getroffen wird. Auch dieses platscht in den See und ich hole das Seil erneut ein und packe es weg.
    
    "Jetzt können wir den Abstieg wagen", sage ich.
    
    Sam schaut mich ein wenig unsicher an. Er hat mich die ganze Zeit beobachtet. Er war neugierig, was ich mache. Er hat mir zwar nicht geholfen, er hat mich aber auch nicht mit Fragen oder gutgemeinten Ratschlägen genervt.
    
    Wir packen nach einem kurzen Frühstück unsere Rucksäcke zusammen und machen uns an den Abstieg. Wir müssen über eine steile Wand neben dem Wasserfall nach unten. Er ist bewaldet und teilweise müssen wir über kleinere Felswände absteigen. Wegen der Gischt, die vom Wasserfall herübergeweht wird, werden wir nass und der Boden ist rutschig.
    
    Während des Abstieges kommt erneut das Seil zum Einsatz. Ich hänge Sam fest an ein Ende und lasse ihn langsam nach unten. Seine bergsteigerischen Kenntnisse sind nicht besonders ausgeprägt. Trotzdem schaffen wir es, indem wir die Strecke in Etappen aufteilen. Immer dann, wenn er einen sicheren Stand hat, komme ich nach. Auf diese Weise halten wir ständig Sichtkontakt und können uns durch Zurufen verständigen.
    
    Es ...
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