1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... er am Ufer fest. Ich bin froh, dass er zumindest das tut, was man ihm sagt. Nun kann ich mich in den Fluss wagen und mich zum Kajak durchkämpfen. Zum Glück fließt das Wasser an dieser Stelle recht ruhig dahin, sodass ich keine allzu große Mühe habe.
    
    Ich erreiche die Steine und überlege, wie ich das Kajak am besten frei bekomme. Ich versuche es, einfach gegen die Strömung zurückzuziehen und dann zur Seite zu drehen. Es kostet mich einiges an Anstrengung, aber ich schaffe es schließlich doch. Die Strömung ist nicht zu stark, sodass ich gegen sie ankomme.
    
    Mit dem Kajak dann weiter ans Ufer zu kommen, ist eine etwas schwierigere Nummer. Die Strömung versucht es mir ständig aus der Hand zu reißen, aber auch das kriege ich nach einiger Zeit und einer gehörigen Portion Anstrengung hin. Als ich endlich wieder an Land bin, lasse ich mich ins Gras fallen.
    
    "Willst du nicht die nassen Sachen ausziehen?", ermahnt mich Sam.
    
    "Du willst mich nur nackig sehen", necke ich ihn.
    
    "Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt."
    
    "Lustmolch!"
    
    "Wenn du wüsstest, worauf ich jetzt Lust hätte."
    
    "Das kann ich mir sehr gut vorstellen, aber das muss vorerst warten. Wir müssen heute noch weiter. Unser Zeitplan ist völlig durcheinander."
    
    Mit sichtlichem Missfallen gibt er sich geschlagen, wir steigen in die Kajaks und fahren weiter flussabwärts. Auch wenn Sam mit der Zeit anfängt zu quengeln wie ein kleines Kind, halte ich durch, bis uns die Dämmerung dazu zwingt, einen Rastplatz zu ...
    ... suchen. Zum Glück finden wir ihn bald und gehen an Land.
    
    Erneut werfe ich die Angel aus und schon wenig später habe ich zwei ordentliche Brocken an Land gezogen. Ich nehme sie geschickt aus, stecke sie auf zwei Äste und hänge die Fische über das Feuer, das Sam gemacht hat. Feuermachen ist offenbar seine Stärke.
    
    "Wie weit sind wir hinter dem Zeitplan?", will er wissen als wir am Feuer sitzen und warten, bis die Fische durch sind.
    
    "Etwa einen halben Tag, oder auch etwas mehr."
    
    "Können wir die Zeit wieder gutmachen?"
    
    "Das hängt davon ab, wie wir vorankommen."
    
    "Was passiert, wenn wir nicht rechtzeitig am vereinbarten Ort eintreffen?"
    
    "Dann warten sie."
    
    "Bist du dir sicher?"
    
    "Das macht man immer so. Man kann doch nicht davon ausgehen, dass immer alles nach Plan läuft. Das hast du doch gestern selbst gesehen."
    
    "Bist du sicher, dass meine Leute das auch wissen?"
    
    "Glaubst du, die lassen ihren Außenminister einfach in der Wildnis zurück, überlassen ihn einfach seinem Schicksal?"
    
    "Du hast recht! Das kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen", grinst er.
    
    "Außerdem haben wir ein Satellitentelefon."
    
    "Du wolltest es nicht benutzen."
    
    "Ich wollte nicht abbrechen. Das ist etwas anderes. Wir können aber gerne anrufen und sagen, wir haben uns etwas verbummelt."
    
    "Verbummelt ist aber schön gesagt", meint er leicht schnaubend.
    
    Ich lege eine Hand auf seine Schulter und schaue ihm tief in die Augen. Im Schein des Feuers leuchten sie wunderschön dunkel. ...
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