1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... entschlossen.
    
    Labradorov schaut mich nachdenklich an. Dann wendet er sich an Sam.
    
    "Ist das euer letztes Wort?"
    
    "Sie haben Frau Serinskaya gehört."
    
    "Dann müssen wir morgen ein Treffen mit Präsident Popov anstreben. Nur er kann eine solche Entscheidung treffen."
    
    "Wir bleiben bis morgen in Moskau. Geben sie uns Bescheid", meint Sam trocken.
    
    Kaum hat er das gesagt, steht er auf und ich sowie der Rest unserer Delegation tut es ihm gleich. Labradorov bleibt noch einen Moment sitzen und schaut mich nachdenklich an.
    
    Ich habe das Gefühl, er konzentriert im Moment seinen gesamten Hass auf mich. Ich stehe seinem Erfolg im Weg, nur ich. Ich bezweifle zwar, dass Sam nachgeben würde, aber in den Augen des Russen, bin ich die Böse.
    
    Wir werden verabschiedet und wieder zu unseren Autos begleitet. Sam hält mir galant die Tür auf und ich steige ein. Wir machen uns auf den Weg zurück in die Botschaft.
    
    "Was machen wir mit dem angebrochenen Nachmittag?", will Sam wissen.
    
    "Können wir uns die Stadt anschauen oder essen gehen?"
    
    "Wir machen eine Stadtrunde und fahren dann zu einem kleinen Lokal, wo man köstliche Spezialitäten der Gegend bekommt", antwortet er.
    
    Die Stadttour ist wirklich schön. Ich kenne von Moskau nur den Bahnhof und auch den nur von innen, und zwar auch nur deshalb, weil ich auf meiner Irrfahrt auf die Krim hier Halt gemacht habe.
    
    Ich habe mich damals nicht lange in der Stadt aufhalten wollen. Moskau war mir zu unsicher und ich war auf mein ...
    ... Ziel fokussiert. In den weniger bewohnten Gegenden fällt man als Agent vermutlich weniger auf. Das zumindest habe ich mir eingebildet.
    
    Jetzt, wo ich die vielen Menschen in den Straßen sehe, frage ich mich, ob es nicht sogar leichter wäre, hier unterzutauchen und in der großen, grauen Masse zu verschwinden.
    
    Ich mache mir darüber aber nur kurz Gedanken und genieße die Besichtigung. Vor dem Abendessen kehren wir in die Botschaft zurück, um uns noch schnell frisch zu machen. Ich ziehe mir auch etwas Legereres an, auch wenn ich immer noch ausgesprochen schick bin, zumindest für meine Verhältnisse.
    
    "Herr Außenminister, das müssen sie sich anschauen", empfängt uns ein Mitarbeiter, kaum, dass wir die Botschaft betreten.
    
    "Was ist denn?", will Sam wissen.
    
    "Das russische Fernsehen hat einen Bericht über ihren Besuch beim Außenministerium ausgestrahlt."
    
    Wir gehen in einen Raum, in dem sich ein riesiger Fernseher befindet und der Mann spielt den Bericht, den er vermutlich aufgezeichnet hat, ab. Tatsächlich wird über unseren Besuch bei Labradorov berichtet.
    
    Allerdings wird es so dargestellt, als sei ich es, die sich vehement gegen einen Waffenstillstand und Verhandlungen stellt. Es werden sogar Ausschnitte aus meinem Gespräch mit dem russischen Außenminister eingespielt. Sie sind aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen und zeichnen ein komplett falsches Bild davon, was ich wirklich gesagt habe.
    
    "Solche Schweine!", braust Sam auf.
    
    "Was hast du dir erwartet?", frage ...
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