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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... Empfang nicht, aber zumindest höflich. "Sie müssen den kleinen Zwischenfall bei der Ankunft entschuldigen. Der Leiter des FSB hat beim Angriff auf die Ölplattform seinen Sohn verloren." "Trotzdem sollte sich der Leiter des Geheimdienstes im Griff haben", antwortet Sam. Sein Ton ist sofort wieder schneidig. "Aber setzen wir uns doch. Ich habe sie eingeladen, um über ein mögliches Friedensabkommen für die Ukraine zu verhandeln", wechselt der Russe das Thema. "Wenn alle russischen Truppen ukrainischen Boden verlassen haben, dann können wir reden", platzt es aus mir heraus. "Sie haben eine vorlaute Freundin oder Beraterin", meint Labradorov tadelnd. "Anastasia ist nicht hier, um still zu sein", antwortet Sam gelassen. "Wer führt die Verhandlungen?", will der russische Außenminister wissen. "Wir beide", antwortet Sam. Als er mich dabei anschaut, werfe ich ihm einen fragenden, aber auch einen dankbaren Blick zu. Ich bin überrascht, dass er mir so viel Mitsprache zugesteht. "Sie können doch nicht irgendeine ukrainische Frau für Amerika sprechen lassen", meint Labradorov mit tadelndem Unterton. "Anastasia ist nicht irgendeine ukrainische Frau. Sie kennt ihr Land, sie hat gekämpft und sie hat dem Gegner erhebliche Verluste beigebracht, vor allem strategisch wichtige Aktionen durchgeführt." "Sie ist aber eine Frau!" "Ist sie deshalb ein schlechterer Mensch?" "Das wollte ich damit nicht sagen", wehrt Labradorov sofort ab. "Sie kennen ...
... nun unseren Standpunkt." "Lassen sie uns doch darüber reden." Der Ton des russischen Außenministers ist beinahe flehend. Ich habe den Eindruck, als wäre ihm ein Waffenstillstand sehr wichtig, ja fast schon für ihn notwendig. Sam aber blickt nur zu mir und nickt mir aufmunternd zu. "In diesem Punkt gibt es nichts zu verhandeln. Ich bin mir sicher, das gesamte Volk der Ukraine steht hinter dieser Forderung", stelle ich klar. "Aber die Zivilbevölkerung leidet!" "Herr Außenminister, ich darf sie daran erinnern, dass ihr Land die Ukraine angegriffen hat und damit der Aggressor ist. Auch, wenn sie dieses Wort nicht gerne hören, wir haben Krieg und keine Sonderoperation. In einem Krieg leiden Soldaten und die Zivilbevölkerung. Das ist leider so. Wenn wir aber klein beigeben, dann werden wir unterdrückt und das ist mit Sicherheit noch viel schlimmer als die Gräuel des Krieges. Sie gehen hoffentlich irgendwann vorbei, das Joch einer Fremdherrschaft wäre hingegen für eine ganz lange Zeit." "Wir könnten dem Blutvergießen ein Ende setzen", hält Labradorov dagegen. "Das könnten wir, das könnten sie sogar ganz allein. Sie bräuchten sich nur zurückziehen." "So einfach ist das nicht." "Genau genommen ist es so einfach. Das Problem ist nur, dass sie es nicht wollen." "Sie bleiben bei der Forderung nach einem Rückzug?" "Solange auch nur ein russischer Soldat auf ukrainischem Territorium ist, wird es keine Waffenruhe und keine Verhandlungen geben", sage ich ...