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Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... worden." "Leere Versprechungen", lache ich auf. "Du hast keine Ahnung, mit wem du dich angelegt hast!" "Leere Drohungen", halte ich erneut dagegen. "Das wirst du schon noch sehen." "Ich wette mit dir, dass du es nicht mehr erleben wirst. So schnell werden mich deine Leute nicht bekommen. Dazu bin ich zu geschickt", lache ich laut auf. Ich bin mir der Zweideutigkeit meiner Aussage durchaus bewusst. Er aber erkennt darin keine Drohung und kann sich vermutlich auch nicht vorstellen, was in etwa drei Stunden geschehen wird. Knurrend erhebt er sich und klopft sich den nicht vorhandenen Staub aus seiner Kleidung. Sein Gesicht ist immer noch vom Schmerz gezeichnet. "Lass uns zurückgehen. Mit dir kann man nicht reden. Du wirst aber schon noch erleben, was es heißt, sich dem russischen Präsidenten zu widersetzen." "Ja, ja, ich zittere schon ganz vor Angst", ärgere ich ihn weiter. Es scheint zu wirken, denn er schaut mich voller Hass an. Dann geht er auf die Tür zu, das Gespräch ist eindeutig zu Ende. Ich wende mich auch zur Tür, gehe voraus, alle Höflichkeiten außer Acht lassend. Ich schaue mich nicht einmal nach meinem Gesprächspartner um. Popov schleicht hinter mir her. Seinem Gang ist immer noch anzusehen, dass er versucht, möglichst jede Reibung der Schenkel von seinem Hoden fernzuhalten. Er sieht aus, wie ein Cowboy nach einem tagelangen Ritt. Ich nehme jedoch keine Rücksicht auf seinen Zustand. Ich reiße auch die Tür zum Verhandlungsraum ...
... auf und gehe auf Sam zu. "Lass uns gehen. Wir haben hier nichts mehr zu besprechen." "Was ist geschehen?", will er wissen. "Wir werden nie eine Einigung erreichen. Das ist sicher auch dem Herrn Präsidenten klar." "Das ist es", faucht dieser. Er steht in der Tür. Er hat seine Stimme noch immer nicht ganz unter Kontrolle, sie ist eindeutig zu hoch. Gegen Ende der wenigen Worte bricht sie ihm sogar. Sam schaut mich überrascht an. Ich aber mache nur eine Bewegung mit dem Kopf in Richtung Tür. Sam versteht mich und erhebt sich. "Auf wiedersehen!", meint er zur russischen Seite. Ich sage gar nichts mehr und mache mich auf den Weg zum Ausgang. Sam und die Beamten der Botschaft folgen mir, Popov und seine Leute bleiben, wo sie sind. Als ich mich an der Tür noch einmal umdrehe, sehe ich den vernichtenden Blick des russischen Präsidenten, alle anderen schauen ratlos drein. "Können wir gleich zum Flughafen?", frage ich Sam, als wir vor den Kreml treten. "Warum hast du es so eilig?" "Ich will hier weg!" "Und unsere Sachen?" "Können wir die nachkommen lassen?" "Wenn du es so eilig hast." Wir steigen in unseren Wagen. Der Konvoi setzt sich langsam in Bewegung. Sam nimmt meine Hand, er will mich beruhigen. Er ist ein sehr sensibler Mann und weiß, dass ich aufgewühlt bin. "Wir fahren direkt zum Flughafen und geben sie Bescheid, dass die Maschine startklar gemacht werden soll", weist er über Funk jemand vom Secret Service an. Immer noch mit ...