-
Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1
Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch
... habe, wie es laufen würde, so bin ich doch überrascht und wohl auch ein bisschen überfordert, wie schnell alles gegangen ist. Heute früh war ich noch aufgewacht und die Welt schien wie immer zu sein. Ich war eine Auszubildende, die den ganzen Tag lang trainieren und lernen muss. Jetzt, nur wenige Stunden später, ist alles anders. Ich bin mit Sack und Pack auf dem Weg zu einem Einsatz. Aber ich will mich nicht beklagen, ich wusste von Anfang an, dass dies mein Schicksal sein würde. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gehofft, etwas länger in der Ausbildungskaserne bleiben zu können, und ich hätte mir gewünscht, dass ich einem Auftrag zugewiesen würde, den ich mit anderen gemeinsam ausführen müsste. Dann wäre ich nicht so auf mich gestellt. So aber starte ich allein und ins Ungewisse. Ich muss auf die Krim. Aber ich habe keine Ahnung, was mich dort erwartet. Ich war noch nie da. Als unscheinbares Mädchen aus einem unbedeutenden Dorf nördlich von Kiew bin ich nicht weit gereist. Der halbstündige Fußmarsch zum Bahnhof hat mir gutgetan. Ich konnte meine Gedanken etwas ordnen und hoffe, nun wieder voll und ganz auf meine Aufgabe fokussiert zu sein. Ich warte nur noch auf den Zug, dann geht es los. Ich habe eine Fahrkarte gekauft und dabei darauf geachtet, dass ich zunächst in die entgegengesetzte Richtung fahre, weg von meinem Einsatzgebiet. Wie in der Ausbildung gelernt werde ich mehrmals Zug und Richtung wechseln, um damit meine Spur zu verwischen. Im Laufe dieses ...
... Spieles muss ich einen Weg finden, um auf russisches Staatsgebiet zu gelangen. Dies muss verständlicherweise unbemerkt und illegal erfolgen. Das ist die schwierigste Aufgabe, zumindest was die Reise angeht. Ich habe mich dazu entschieden, zu diesem Zweck in ein ruhiges und nur schwach besiedeltes Gebiet im Osten zu fahre, an eine Stelle in die Nähe der Grenze. Hier will ich mich zu Fuß durch das Unterholz schlagen. Ich hoffe, dass es hier in dieser Einöde, weit abseits der Kämpfe nicht so viele Kontrollen gibt. Die Karte der Gegend, die ich mir schon weit vor meinem Ziel gekauft habe, habe ich eingehend studiert und mir eingeprägt. Bevor ich den Zug verlasse und losmarschiere, verstecke ich sie in einem Geheimfach meines Rucksackes. Sollte ich erwischt werden, möchte ich mich als ein Mädchen aus der Gegend ausgeben und da wäre es blöd, würde man eine Landkarte bei mir finden. Deshalb muss sie verschwinden. Ich habe mir die Gegend gut eingeprägt und schaffe es auch, mich auch ohne Karte zu orientieren. Am Bahnhof achtet keiner auf mich. Warum auch? Von allen unbehelligt marschiere ich los. Zunächst verlasse ich den kleinen Ort und gelange zu einer Landstraße, die mich in die Nähe der Grenze bringen sollte. Es wird ein langer Fußmarsch, aber ich halte es für die ungefährlichste Art, auf russisches Gebiet zu gelangen. An einer Stelle verläuft die Straße parallel zur Grenze etwa einen halben Kilometer davon entfernt. Als ich hoffe, die richtige Stelle erreicht zu ...