1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... plaudern über belanglose Dinge. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass man nur an Orten, wo man absolut sicher sein kann, nicht belauscht zu werden, über Aufträge oder andere Dinge sprechen darf, die geheim bleiben sollen. Deshalb unterhalten wir uns, wie zwei ganz normale Mädchen in unserem Alter.
    
    "Kommst du heute Abend zu mir, dann können wir noch ein wenig plaudern", meint Anna. "Ich muss noch einige Besorgungen erledigen."
    
    "Ich komme gerne. Ich muss jetzt auch weiter."
    
    Wir verabschieden uns wie alte Freundinnen und machen uns auf den Weg. Ich fahre mit dem Bus in die Nähe des Strandes, wo sich diese Anlage befinden soll, die feindliche Raketen im Anflug abschießen kann. Ich wandere den Strand entlang und tue so, als sei ich dabei, mich ein wenig zu entspannen.
    
    Nach einiger Zeit kann ich aus der Ferne die Abschussrampe ausmachen. Ich will mich nicht gleich am ersten Tag zu weit heranwagen. Deshalb bleibe ich zunächst auf Distanz. Ich erkunde unauffällig die Umgebung und versuche mir ein Bild von der Lage zu machen.
    
    Besonders interessiert mich, wo die Wachleute stehen, wann und wie sie abgelöst werden, wo ich mich am besten postieren kann, um möglichst unbemerkt die Anlage zu beobachten und mir dann einen Plan zurechtlegen kann.
    
    Ich finde zu meinem Glück die ideale Stelle. Hier kann ich mich an den Strand legen, die Sonnenhungrige spielen und dabei alles im Auge behalten. Um meine Zeit zu nützen, setze ich mich etwas abseits in den Sand und blicke ...
    ... verträumt auf das Meer hinaus. Dabei setze ich mich allerdings so unter einen Baum und lehne mich entspannt gegen den Stamm, dass ich unbemerkt die Anlage beobachten kann.
    
    Ich bin etwas verwundert, dass der Feind eine so wichtige Struktur nahezu ungeschützt in unmittelbarer Nähe des Strandes aufstellt. Ich gehe davon aus, dass man hier die beste Position hat, um die Raketen abzufeuern. Man muss sich aber schon sehr sicher sein, dass der Feind nichts unternehmen wird, denn die Bewachung ist ausgesprochen dürftig.
    
    Nach etwa zwei Stunden mache ich mich auf den Heimweg. Ich habe lange genug mein Ziel beobachtet, für den ersten Tag zumindest. Ich lass mir Zeit auf dem Nachhauseweg und versuche bereits erste Szenarien durchzudenken. Ich brauche einen Plan.
    
    Eine erste Idee kommt mir dabei. Als ich das Haus betrete, läute ich aber bei der Agentur. Als ich Olga nach Ekatarina frage, berichtet sie mir, dass die Chefin außer Haus ist.
    
    "Ich bräuchte einen Bikini und ein Badehandtuch", frage ich deshalb Olga.
    
    "Ach, wenn es nur das ist", meint sie und lacht. "Das findest du im Keller. Da gibt es ein großes Lager. Du hast doch den Schlüssel?"
    
    "Den Schlüssel habe ich. Da kann ich mir aussuchen, was ich brauche?"
    
    "Das sind Stücke von früheren Shootings. Du kannst dir davon nehmen, was immer du brauchst, auch privat", meint sie.
    
    Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg in den Keller. Tatsächlich passt mein Schlüssel. Gestern hatte ich mich gewundert, warum ich einen ...
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