1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... man seitlich durchgehen kann. Wenn ich in diesen Spalt falle, dürfte es nicht so leicht sein, wieder herauszukommen. Deshalb stütze ich mich mit einem Bein an der Wand ab, um sicherzustellen, nicht zu fallen.
    
    Meine Lage ist zwar unbequem, aber immer noch besser, als unter dem Oberst begraben zu sein. Erst nach einiger Zeit falle ich in einen unruhigen Schlaf. Ich träume ein wildes Durcheinander. In meinen Träumen kommen Raketen und herumfliegende Mauerteile vor, Haie, die mich angreifen und eine Ölplattform, auf der ich von Piraten erwartet werde.
    
    Es ist deshalb kein Wunder, dass ich auf der Stelle wach bin, als jemand gegen die Tür hämmert. Zum Glück hat Olimov die Tür verriegelt, sodass niemand hereinkann. Es wäre mir peinlich, würde mich jemand hier drinnen nackt sehen.
    
    "Ja, was ist los?", rufe ich.
    
    "Wir haben unser Ziel erreicht!"
    
    Ich erkenne den Mann an der Stimme. Es ist der Kommandant des U-Bootes. Kurz überlege ich, was ich tun kann, entscheide mich aber schnell.
    
    "Kommandant Olimov schläft noch. Ich wecke ihn und wir kommen auf die Brücke", rufe ich hinaus.
    
    Der Mann vor der Tür bestätigt und ich höre Schritte, die sich entfernen. Nun drehe ich mich zum Oberst hin, der trotz der Störung noch immer schläft. Ich beginne ihn an der Schulter zur rütteln, zuerst sanft, dann immer kräftiger.
    
    "Mann, was ist denn los?", murrt dieser, nach einer ewig langen Zeit.
    
    "Wir haben das Ziel erreicht."
    
    "Welches Ziel?"
    
    "Ich nehme an, die ...
    ... Ölplattform."
    
    "Ach die!"
    
    "Ja, die!"
    
    "Zieh dich an!"
    
    "Das hatte ich vor", antworte ich leicht genervt. "Ich gehe doch nicht nackt auf die Brücke."
    
    Das entlockt ihm ein Grinsen, was mich aber noch mehr ärgert. Ich stehe leise fluchend auf und hole meine Kleider vom Regal. Ich ziehe sie an, während mir Olimov auf dem Bett liegend dabei zusieht.
    
    "Wollen sie nicht endlich aufstehen?", frage ich leicht genervt.
    
    "Willst du nicht endlich du zu mir sagen?", kontert er. "Ich heiße Viktor."
    
    "Gut, Viktor. Steh endlich auf!"
    
    "Du klingst, wie eine Ehefrau und nicht wie eine Nutte", lacht er.
    
    "Ich bin keine Nutte, ich bin ein Model. Und im Moment bin ich Adjutantin des Kommandanten der Schwarzmeerflotte."
    
    "Des Vizekommandanten", korrigiert er mich.
    
    "Der Kommandant ist tot, es lebe der Kommandant", antworte ich und verdrehe die Augen.
    
    "Auch wieder wahr", lächelt er zufrieden und auch ein wenig stolz.
    
    Mühsam wälzt er sich aus dem Bett. Auf dem engen Raum ist das nicht so einfach. Aber ich nehme an, dass selbst diese kleine Fläche schon ein großes Privileg auf so einem Schiff ist.
    
    Auch Viktor zieht sich an und öffnet dann die Tür. Zusammen gehen wir zur Brücke, werden vom Kommandanten empfangen und zur Luke geführt. Endlich wieder Tageslicht! Ich hätte nicht gedacht, wie sehr ich es vermissen würde. Auch die frische Luft tut gut.
    
    Ich recke und strecke mich. Dabei schaue ich mich um. Wir sind an einer Ölplattform vertäut. Ich habe in meiner Ausbildung irgendwann ...
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