1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Fall verscherzen.
    
    Wir verbringen erneut längere Zeit auf der Brücke. Während ich von meinem gewohnten Platz aus alles beobachte und dabei versuche so gelangweilt wie möglich zu wirken, ist Viktor ausgesprochen engagiert.
    
    Ich bekomme mit, dass wir uns zunächst sehr langsam bewegen, um offenbar nicht aufzufallen. Das feindliche Radar könnte uns sonst leichter als Ziel erfassen. Deshalb entfernen wir uns nur langsam von der Plattform.
    
    Als etwa drei Stunden vergangen sind, haben wir noch keine größere Strecke hinter uns gebracht. Plötzlich geht ein heftiger Ruck durch das Boot. Sofort befinden sich alle in heller Aufregung. Ich bekomme mit, dass Viktor das Boot überprüfen lässt und gleichzeitig versucht herauszufinden, was die Erschütterung verursacht haben könnte.
    
    Schon bald bekommt er Nachricht, dass eine ukrainische Rakete einen Volltreffer auf der Plattform gelandet hat und diese schwer beschädigt ist. Damit ist der Ruck, der durch das Boot gegangen ist, erklärt.
    
    Die Überprüfung ergibt schon bald, dass es Probleme mit dem U-Boot gibt. Der Ruck und vermutlich die Druckwelle sind nicht spurlos daran vorübergegangen. Offenbar haben die Motoren oder das Ruder Schaden genommen. Was genau fehlt, können die Techniker nicht auf Anhieb sagen. So wie es aussieht, gibt es Probleme an beidem.
    
    Ich bekomme mit, dass wir nicht vom Fleck kommen und nur träge in etwa zehn Meter Tiefe im Meer liegen. Zunächst bin ich beunruhigt, weil ich mir Sorgen mache, dass wir aufgrund ...
    ... der Erschütterung nicht wieder auftauchen können. Dem ist aber nicht so.
    
    "Wir gehen schlafen", meint auf einmal Viktor. Sein Blick wandert dabei zu mir. "Im Moment können wir hier sowieso nichts machen. Die Techniker müssen versuchen, die Schäden zu beheben."
    
    Er ist sichtlich verärgert. Der neuerliche Verlust einer wichtigen Einrichtung und der Umstand, dass er zum Nichtstun verurteilt ist, setzen ihm schwer zu. Vermutlich will er sich deshalb abreagieren.
    
    Ich stehe auf und mache mich mit ihm auf den Weg zu unserer Kajüte. Bisher hatte ich Glück und musste zweimal nicht bei ihm antreten. Einmal weil die Raketen ins Hauptkommando eingeschlagen haben, das zweite Mal ist er einfach eingeschlafen. Doch heute, heute wird es wohl kein Entrinnen mehr für mich geben.
    
    "Was ist eigentlich mit mir?", frage ich, während wir durch die Gänge gehen.
    
    "Was soll mit dir sein?"
    
    "Ich trage eine Uniform, bin aber weder beim Militär noch bei der Marine."
    
    "Du bist zwangsrekrutiert", lacht er laut auf.
    
    "Und welchen Dienstgrad habe ich?"
    
    "Du bist einfacher Soldat."
    
    "Einfache Soldatin, wenn schon", stelle ich grinsend klar.
    
    "Wie du willst", kontert er.
    
    "Was heißt, wie du willst. Kann ich mir das Geschlecht aussuchen", lache ich laut auf.
    
    "Nein, das kannst du nicht", grinst nun auch er. "Ich will dich vögeln und dazu musst du eine Frau sein."
    
    Er ist überraschend gut aufgelegt. Verflogen ist der Ärger über den Raketeneinschlag und den Schaden am Boot. Er hat nur ...
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