1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... noch eins im Kopf, mich flachzulegen.
    
    Doch plötzlich wird es laut. Rufe sind zu hören und es kommt Hektik auf. Die Unruhe kommt eindeutig von der Kommandozentrale.
    
    "Scheiße!", meint Viktor. "Wir müssen zurück. Ich will wissen, was da los ist."
    
    Wir machen beide auf dem Absatz kehrt und eilen in den Kommandoraum. Als wir diesen erreichen, herrscht dort die helle Aufregung. Es kommt sogar zu tumultartigen Szenen. Die Männer sind führungslos und laufen hin und her, wie aufgeschreckte Hühner.
    
    "Was ist los!", brüllt Viktor.
    
    "Ein amerikanisches U-Boot hat uns ins Visier genommen. Es greift von der Seite her an und wir können uns nicht drehen, um in Verteidigungsposition zu gehen", meint der Kommandant des U-Bootes. "Entweder wir ergeben uns oder wir werden versenkt. Das würde für uns unweigerlich den Tod bedeuten."
    
    "Scheiße!", meint Viktor. Er schaut mich ratlos an.
    
    "Du kannst nicht so viele Leben riskieren!", ermahne ich ihn.
    
    "Wir können uns nicht ergeben!", hält er dagegen.
    
    "Wir haben nicht den Hauch einer Chance. Sei vernünftig! Viele dieser Männer haben vermutlich Frau und Kinder zu Hause. Du kannst ihnen doch nicht den Vater und Ehemann nehmen."
    
    Er schaut mich nachdenklich an. Ich sehe, dass in ihm ein heftiger Kampf tobt. Ich kann ihn sogar ein klein wenig verstehen. Er hat einen Eid abgelegt. Seine Aufgabe ist es, zu kämpfen. Aber die Situation im Moment ist aussichtslos.
    
    "Mann Viktor! Das wäre purer Mord oder Selbstmord. Wir liegen hilflos ...
    ... im Wasser, ohne jede Aussicht, uns zu verteidigen. Ein Torpedo und wir sagen dieser Welt adieu", versuche ich ihn zu überzeugen.
    
    "Gut!", meint er. "Wir ergeben uns. Funkt dies zu den Amis hinüber."
    
    Alle um uns herum atmen auf. Selbst der Kommandant des U-Bootes scheint erleichtert zu sein. Schnell macht er sich auf den Weg zum Funk und setzt die Nachricht ab. Er wirft mir einen dankbaren Blick zu. Er hätte niemals bitten dürfen. Selbst bei mir ist es fraglich, ob dies nicht als Meuterei oder Widerstand gewertet werden könnte. Aber nun ist Gott sei Dank die Entscheidung gefallen.
    
    "Wir sollen auftauchen", meldet er die Antwort.
    
    "Dann tun wir das."
    
    Ich bekomme mit, dass Befehle gebrüllt werden und es ist zu spüren, dass das U-Boot sich bewegt. Nach einiger Zeit scheint der Auftauchvorgang abgeschlossen zu sein.
    
    "Wir sollen die Luke öffnen, einzeln mit erhobenen Händen aussteigen und Aufstellung nehmen", verkündet der Kommandant den Funkspruch der Amerikaner.
    
    "Dann machen wir das", entscheidet Viktor.
    
    An dieser Stelle scheint er resigniert zu haben. Wir bewegen uns alle hintereinander in Richtung Ausstiegsluke. Dabei gibt es kein Gedränge, weil keiner erpicht darauf ist, schnell hinauszukommen. Deshalb lässt man Viktor und mir den Vortritt.
    
    Zunächst klettert der Oberst hinaus, dann folge ich. Wir sind mitten auf hoher See. Irgendwo im Nirgendwo. Genau auf unsere rechte Flanke ist die Spitze eines weiteren U-Bootes gerichtet. Obendrauf stehen etwa zehn ...
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