1. Anastasia Serinskaya - Die Agentin Teil 1


    Datum: 19.05.2026, Kategorien: Romantisch

    ... zurück.
    
    "Du kannst gerne den Vogel fliegen. Lass aber die Finger von den roten Knöpfen. Die könnten Schaden anrichten", neckt er mich.
    
    "Ich schau dir erst einmal zu. Den Start überlasse ich dir gerne."
    
    "Das glaube ich", kontert er.
    
    Das Fliegen selbst ist tatsächlich bei den meisten Flugzeugen ähnlich. Allerdings braucht es für den Start und die Landung ein gewisses Gefühl, das man erst mit der Zeit für ein Flugzeug entwickeln kann, vor allem bei einem so speziellen Vogel.
    
    Ich setze mich also auf den vorderen Sitz, Ben nimmt hinten Platz. Kaum sind wir angeschnallt, betätigt er den Knopf, damit sich die Haube schließt. Ich sitze in einem Tarnkappenbomber und wir werden gleich starten. Ich kann es immer noch nicht glauben und bin fürchterlich aufgeregt. Die einfache Agentin aus einem Dorf in der Nähe von Kiew sitzt in einem amerikanischen Tarnkappenbomber, und zwar als Copilotin.
    
    Über Kopfhörer bekommen wir die Freigabe, zur Startbahn zu rollen. Langsam setzt sich das Flugzeug in Bewegung und ich beobachte die Instrumente. Ich will mir ein Bild davon machen, sollte Ben tatsächlich auf die Idee kommen, auch mich einen Teil der Strecke fliegen zu lassen.
    
    "Du hast schon einmal ein Flugzeug geflogen?", will er wissen.
    
    "Das gehört bei uns zur Ausbildung."
    
    "Nicht schlecht."
    
    "Was man kann, das kann man."
    
    Wir haben inzwischen die Startbahn erreicht und biegen darauf ein. Vor uns liegt die lange und breite Asphaltbahn, die in der Mittagshitze ...
    ... flimmert. In dem Moment bekommen wir über Kopfhörer auch schon die Startfreigabe, Ben lässt die Triebwerke aufheulen und schon rollen wir an. Der Vogel beschleunigt unglaublich und schon bald jagen wir mit einem Affenzahn über das Rollfeld.
    
    Es dauert dann auch nicht lange und schon erheben wir uns in die Lüfte. Es ist immer wieder ein beeindruckendes Gefühl, das ich schon längere Zeit nicht mehr erleben durfte.
    
    Mit diesem Flieger allerdings ist es noch eindrucksvoller als sonst. Mit beachtlichem Schub schieben uns die Triebwerke nach vorne und wir gewinnen schnell an Höhe. Zu wissen, dass wir am Radar so gut wie nicht zu erkennen sind, finde ich einfach genial.
    
    "Bis Spanien fliege ich, dann übernimmst du", meint Ben.
    
    "Was soll ich?"
    
    "Übernehmen!"
    
    "Und das Auftanken in der Luft? Das kann ich nicht, habe ich auch noch nie gemacht."
    
    "Das mache ich noch, dann bist du an der Reihe."
    
    "Du hast aber viel Vertrauen in mich."
    
    "Ich bin mir sicher, du wirst mich nicht enttäuschen", grinst er.
    
    "Die Landung übernimmst dann aber wieder du."
    
    "Nur, wenn du dich nicht darüber aussiehst."
    
    "Schauen wir mal."
    
    Wir jagen über den Himmel. Da wir höher fliegen als der normale Reiseverkehr, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass uns ein ziviles Flugzeug in die Quere kommen könnte. Zudem, das habe ich mitbekommen, überwacht die US-Air Force unseren Flug genau.
    
    Ich frage mich, warum ich unter solch strenger Geheimhaltung in die USA gebracht werde. Es ist ein ...
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