1. Planet der Scharfen 16


    Datum: 20.05.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... das gefallen ist.»
    
    Stundenlang? Das ist doch kein scharfisches Konzept. Jetzt fehlt nur noch, dass er mir wie ein Erdling die Hand gibt, aber seine 'Anpassung' scheint sich auf Sprache zu beschränken. Er begrüsst mich mit der hierzuplaneten üblichen doppelten High-Five-Geste.
    
    Nicole hat sprachlos zugehört und springt Alin erneut an den Hals. Da man während eines Zungenkusses schlecht sprechen kann, verwendet sie keine Wörter. Sie freut sich einfach für Alin, mit Alin, oder was auch immer.
    
    Unterdessen sind Lon, Vera und Aldo in die Nähe gekommen. Alin spricht auf Scharfisch weiter: «Ich habe Max gefragt, ob er im ersten Haus mit repariertem Dach einen Transmitter einrichten kann, um uns mit Kürbiskernen und Käse zu versorgen. Zudem dachte ich, dass Du einen Transmitter für die Schafe haben möchtest. Ist das in Deinem Akal dan Schiwa?»
    
    Max muss mir aushelfen: «Sinn und Geist».
    
    Ich nicke nur. Alin ist zufrieden und wendet sich den neu Hinzugekommenen zu, so dass ich Zeit zum Überlegen habe: Dieses Konzept mag es ja in jeder Kultur geben, aber dass sich eine Redewendung wie 'im Sinn und Geist von jemand' zwei Mal im Universum findet, halte ich für unwahrscheinlich. Hat Alin sie von Max gelernt und dann wörtlich zurückübersetzt? Merkwürdig!
    
    ***
    
    Entführung in das Serail -- Bericht von Paul
    
    Die Gruppe bewegt sich in Richtung Dorf. Ema bleibt etwas zurück und lässt mich wissen, dass ich dasselbe tun soll. Bevor wir das Dorf erreichen, in dem emsiges Treiben ...
    ... herrscht, hält mich Ema auf, umarmt mich und meint: «Du trägst immer noch die Kleider für kühlere Kontinente. Du hast sicher viel zu warm. Wir gehen an einen Ort, wo Du Deine Kleider aufbewahren kannst, bis Du wieder in den Norden gehen musst.»
    
    Ich erwarte, dass sie mich zu einem Lagerhaus führt, aber wir gehen zum südlichen Ende des Dorfes und etwas in den Wald hinein.
    
    An einer Stelle, an der niemand etwas anderes als Gebüsch vermuten würde, bleibt sie stehen und biegt ein paar Äste auseinander, zwängt sich dazwischen und zieht mich mit sich. Nach mehreren Metern intensiven Kampfes mit den Ästen der Büsche stehen wir in einer Lichtung. Das erinnert mich an das Versteck, das ich für unseren ersten Transmitter ausgewählt habe, um Eugon zu entführen.
    
    In der Lichtung steht jedoch kein Transmitter, sondern ein kleines, auffällig stabil gebautes Holzhaus.
    
    «Das ist mein Ort. Hier kann man eine gute Zeit haben. Hierher kommt niemand, auch nicht, wenn Kinder im Dorf sind.»
    
    Aha, Ema hat sich ein geheimes Liebesnest gebaut. Woher aber nimmt sie einen Mann in der No-Sex-Zone? Vermutlich vergnügen sich hier öfters zwei Frauen als eine Frau und ein Mann. Diese Vorstellung finde ich durchaus prickelnd.
    
    Wir gehen in das Haus hinein. Seine Bauweise veranlasst mich, es 'das Blockhaus' zu nennen. Von aussen hat es mich an eine sogenannte Sennhütte erinnert, aber das Innere wirkt auf mich eher wie ein kleiner Palast. Man könnte auch sagen, das sei ein Spielzimmer mitten im ...
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