1. Planet der Scharfen 16


    Datum: 20.05.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... Garina hat gelernt, Schafe zu melken. Vielleicht willst Du es auch lernen. Die Schafe erwarten, für die Milch mit einem Kürbiskern belohnt zu werden, aber gib ihnen nicht zu viele.»
    
    «Warum? Werden die Schafe scharf davon?»
    
    «Allerdings. Dann vermehren sie sich. Sie können ihre Körper nicht so gut kontrollieren wie Menschen, also bekommen sie süsse kleine Schafe.»
    
    «Du scheinst die Schafe zu mögen, besonders die kleinen.»
    
    «Warte, bis Du das erste Lämmchen gesehen hast -- so nennen wir die Kinder der Schafe -- dann wirst Du wissen, was ich meine. Und noch eine Warnung: Wenn Du zu viel mit einem Schaf schmust und Kürbiskerne gegessen hast, verspürst Du die gleiche Wirkung, wie wenn Du ihre Milch trinkst.»
    
    «Auch wenn man auf einem Schaf reitet? Lon hat mir davon erzählt.»
    
    «Besonders wenn man nackt auf einem Schaf reitet. Das habe ich aber bisher vermieden.»
    
    Erst jetzt fällt mir auf, dass mich Ema die ganze Zeit lüstern anblickt. Will sie mich etwa anbaggern? Es muss wohl so sein, denn sie fügt hinzu: «Willkommen in meinem Dorf. Leider ist mein Haus im Moment nicht so schön wie es sein sollte, um Gäste zu bewirten. Wir wohnen im Moment in den südlichsten Häusern. Die Dächer sind noch nicht alle repariert, aber wir kommen dank Eurem Käse gut voran. Alin hat sich darum gekümmert.»
    
    Schon wieder Alin! Nicht dass ich etwas dagegen habe. Ich bin mit allem einverstanden, was er macht, aber ich staune, wie sehr er die Absichten von Nicole und mir zu seinen eigenen ...
    ... gemacht hat.
    
    In diesem Moment ruft Nicole erfreut: «Da kommt Alin!»
    
    Sie ist so entzückt, Alin zu sehen, dass sie losrennt und ihm um den Hals fällt. Je länger ich die beiden beobachte, umso mehr kommen sie mir vor wie zwei Verwandte. Anfangs hat Nicole von 'väterlichen Gefühlen' berichtet, dann hat sie von einem 'Onkel' gesprochen. Das könnte passen. So ungefähr würde sie wohl einen lieben Onkel begrüssen, den sie längere Zeit nicht mehr gesehen hat. Längere Zeit?
    
    Alin reisst mich brutal aus meinen Gedanken, indem er mich in unserer Sprache begrüsst: «Hallo Paul. Ihr seid aber in der kurzen Zeit gewaltig herumgekommen. Gleich eine ganze Herde Schafe. Es war doch von vier die Rede?»
    
    Spontan antworte ich ebenfalls in unserer Sprache: «Warte erst, bis Dir Lon, Vera und Aldo erzählen, was wir gemacht haben. Ich gehe jede Wette ein, Du wirst die drei beneiden, aber wir können das bei Gelegenheit nachholen.»
    
    Erst jetzt wird mir bewusst, was ich gemacht habe. In unserer Sprache angesprochen zu werden, hat wie ein Trigger gewirkt. Ich habe Alin einfach wie einen von uns behandelt, ohne zu überlegen, ob er eine Ahnung hat, was eine Wette ist, oder ob er mit dem Wort 'beneiden' etwas anfangen kann.»
    
    Alin zeigt aber keinerlei Anzeichen von Verwirrung, sondern meint: «Ich habe die Zeit genutzt und mich stundenlang mit Max unterhalten, mehr und mehr in Eurer Sprache, weil es für viele interessante Dinge in unserer Sprache kein Wort gibt. Ich staune selbst, wie leicht mir ...
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