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Der Schlüssel zur Versuchung 04
Datum: 10.06.2026, Kategorien: Liebende Frauen,
Kapitel 4 -- Die Quelle Wer konnte mich noch aufhalten?: Für einen Moment, der sich in die Länge zog, stand ich einfach da. Der eiskalte Wind fuhr mir unter den Rock, umspielte meine nylonbestrumften Beine und ließ mich am gesamten Leib erschauern. Er war wie eine brutale Erinnerung an all die Morgen, die ich schon an dieser Haltestelle verbracht hatte -- durchfroren, ungeduldig, mit geschmackslosem Instantkaffee in der Hand, während ich auf die überfüllte oder verspätete Bahn wartete, die mich in ein Leben voller Kompromisse bringen würde. Doch vor mir stand nun das Gegenteil aller Kompromisse. Der schwarze SUV, glänzte und war undurchdringlich wie ein Monolith aus einer anderen Welt. Als ich mich hineinsetzte lief sein Motor fast unhörbar, ein leises, machtvolles Summen, das mir versprach, dass mir in seinem Inneren niemals kalt sein würde. Der Luxus rief mich förmlich, wollte mich garnicht mehr loslassen und ich konnte ihn fast riechen -- das Leder, das Wachs, der teure Duft nach Macht und Sorglosigkeit. Es war ein Sirenengesang, der lauter war als das Pfeifen des Windes draußen. Fahr nicht los, flüsterte eine Stimme in mir, die nach meinem Verlobten klang. Steig aus. Geh zum Halteplatz und steig in die Bahn. Sei wieder die, die ich liebe. Ich schloss die Augen für eine Sekunde und sah sein Gesicht vor mir-- Enzos offenes, vertrauensvolles Lächeln, wie er mir heute Morgen schlaftrunken einen Kuss auf die Schulter gedrückt hatte. Eine Welle der Zuneigung und ...
... schrecklicher Scham überflutete mich. Ich liebte ihn, stieg daher wieder aus und betätigte die Zentralverriegelung. Liebte ihn wirklich, ich wollte unser Leben, unsere kleinen Rituale, unsere Pläne für die Zukunft nicht gefährden. Ich wollte ihm von nun an die Treue halten, jetzt wo ich den Porsche hatte, war das nicht nur ein Wunsch, es war ein fester Vorsatz, der sich in diesem Moment wie ein Schwur in mir festsetzte. Aber dann hörte ich das leise, Klicken der entriegelten Zentralverriegelung, es klang wie eine Einladung, als mein Daumen ein Eigenleben entwickelte und es nochmal betätigte. Es war ein Laut, der den eingebildeten Sirenengesang verstärkte. Ich konnte den Spagat schaffen, oder? Vielleicht war das der Schlüssel. Vielleicht konnte ich beides haben -- die Sicherheit und Liebe von Enzo und die prickelnde, gefährliche Chance, die Herr Tekin mir bot. Ich musste nur stark genug sein, klug genug, die rote Linie nicht wieder zu überschreiten. Ich würde mit meinem Chef reden und unmissverständliche Grenzen setzen. Aber erst würde ich die Spirale einsetzen lassen, meinen Vorteil im Blick behalten und wittern, aber mein Herz, meinen Körper, mein wahres Ich für Enzo bewahren. Das war der Plan, ein gefährliches, hauchdünnes Unterfangen, aber er war alles, was ich hatte. Mit zittrigen Fingern, die nicht mehr nur von der Kälte stammten, griff ich nach dem Türgriff. Das Metall war eiskalt, aber ich wusste, dass sich dahinter eine Welt voller Wärme verbarg. Trotzdem warf ich ...