1. Tanz mit dem weißen Ritter


    Datum: 17.06.2026, Kategorien: Romantisch

    ... Hochzeitsgäste, nach diesem Lied wird es Zeit für eine kleine Pause, bis für das Paar, das als Letztes die Tanzfläche betreten hat."
    
    Ich schaute Bruni an. Sie schaute nachdenklich in die Richtung in meinem Rücken. Ich machte eine Drehung auf der Stelle. Aha, dort stand das Brautpaar, außerhalb der Tanzfläche und schaute zu uns rüber.
    
    "Weißer Ritter, ich muss Ihnen was gestehen", sagte Bruni leise.
    
    Ich schaute sie fragend an.
    
    "Die Braut hatte sich von mir zum Hochzeitstag gewünscht, dass ich mit Ihnen tanze, obwohl ich auf solchen Veranstaltungen sonst nie tanze."
    
    "Mit mir? Aber wir kennen uns doch erst seit heute Abend."
    
    "Dass Sie es sind, habe ich ja erst vorhin erfahren."
    
    "Frau Professor, ich muss Ihnen auch etwas beichten", erklärte ich.
    
    "Ach ja?"
    
    "Jochen hat sich dasselbe von mir gewünscht, also dass ich mit Ihnen tanze."
    
    "Nein!"
    
    "Doch, und ich ahne auch warum. Denn Sie tanzen ganz hervorragend!"
    
    "Tanzsport ist mein einziges Hobby", erklärte Bruni, "Weißer Ritter, Du kannst aber auch tanzen!"
    
    Ich war kurz über das "Du" irritiert, begann aber zu erklären. "Das stimmt. Nach meinem Grundkurs I und II in der Tanzschule bot man mir an, als Gastherr kostenlos in der Tanzschule tätig zu werden. Das habe ich jahrelang gemacht. Ich habe alle Kurse getanzt, die dort angeboten wurden, gerade in den weiterführenden Kursen war der Herrenmangel eklatant."
    
    Bruni lachte: "Als weißer Ritter warst Du natürlich der ideale Gastherr."
    
    "Genau, das ...
    ... hatten die gut erkannt. Und deswegen kann ich leidlich tanzen. Und ich ahne, was jetzt kommt. Und ich weiß nicht, ob ich das gut finde."
    
    "Keine Sorge weißer Ritter, ich tanze auch lieber ohne Zuschauer. Aber heute werden wir eine Ausnahme machen müssen."
    
    Das Lied ging langsam zu Ende. "Was hättest Du gemacht, wenn ich Dich nicht aufgefordert hätte?", fragte ich.
    
    Bruni lachte leise. "Ich hatte die Abmachung mit der Braut, dass der DJ gegen 23 Uhr das erste Mal eine Damenwahl ausrufen würde. Dann hätte ich Dich aufgefordert. Bis dahin wollte ich mich so interessant wie möglich machen. Und das geht am besten bei Euch Männern, wenn man Euch ignoriert. Aber ich war erleichtert, als Du Dich zu mir gesetzt hast."
    
    "Mich so betteln zu lassen, war aber nicht nett."
    
    "Stimmt. Aber ich bin halt ein böses Mädchen. Und Du hast es gut gemacht, weißer Ritter."
    
    Das Lied war zu Ende und die Tanzfläche leerte sich.
    
    "So, liebe Gäste, jetzt ist die Tanzfläche frei für das Paar, das heute zum ersten Mal hier vor mir steht. Ja, Ihr seid gemeint. Würdet Ihr jetzt bitte Eure Jacketts ablegen?"
    
    "Frau Professor, noch könnten wir fliehen."
    
    "Damit würdest Du einen Freund und ich eine Freundin verlieren."
    
    Sie ging entschlossen zur kleinen Bühne, zog ihr Jackett aus und legte es dem DJ vor die Füße. Ich folgte ihr und entledigte mich meines Sakkos. Ich war froh, die Weste zu tragen.
    
    "In der folgenden Tanzserie werde ich einen Quickstepp, eine Rumba und zum Schluss einen Jive ...
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