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Der Student
Datum: 23.06.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
Er trottete hinter ihr her, orientierungslos, wenn auch nicht gerade wie das Lamm zur Schlachtbank. Dieses Studentenwohnheim war verwinkelt und verwirrend. Wie konnte jemand nur so wohnen? Es war schmutzig hier, die Farbe blätterte ab, es roch in den Fluren nach Urin. Und der Fahrstuhl war die Hälfte des Jahres defekt, dass waren die Worte der jungen Frau gewesen. Trotzdem führte sie ihn ganz ohne Scheu herum und fühlte sich hier ganz offensichtlich auch zuhause. Sie hatte wenig Geld, klar. Er selbst war von Haus aus gut versorgt, wie seine Mutter das nannte, wenn sie in der Öffentlichkeit war. Christian war das gelegentlich peinlich, aber dass er hier, in der fremden Stadt, über einen Neuwagen verfügte und diese aufregende Kommilitonin zu ihrem Wohnheim kutschieren konnte, dessen schämte er sich nicht. Und nun begab er sich in die Höhle der Löwin. Die nur abgetragene Klamotten trug und kein Trinkgeld gab, das war ihm schon in der Kneipe aufgefallen. Er würde zum Schuss kommen, alles stimmte. Als er mir ihr ins Gespräch gekommen war, zu seiner Überraschung, weil er gemeinhin zwar nicht arrogant, aber schüchtern war, da hatte sich der Eindruck natürlich verändert. Aber er hatte sich nicht grundsätzlich korrigieren müssen. Eher war es so, dass die herbe Schönheit der jungen Frau, ihr leicht abgerissenes Äußeres und ihr Mangel an Bedenken jeglicher Art zueinander passten. Das Exotische an ihr hatte ihn gefangen, geradezu betäubt. Da war keine katholische ...
... Verklemmtheit, keine Zurückhaltung und zum Glück auch keine Verderbtheit der Gosse. Die junge Frau roch gut, war klug und freundlich, und ihr Humor trug selbstironische Züge. Sie studierte, um nach oben zu kommen, um vor allem der Armut ihrer Familie zu entfliehen. Alle in allem unterschied sie sich stark von ihm, war ein Wesen aus einer anderen Welt. Seine Gefühle spielten Pingpong in seiner Haut, aber betrunken war er nicht. So etwas gab es also wirklich, dachte er, ehe seine Verwirrung ihn zum Stammler machte. Er konnte unmöglich bereits verliebt sein! Er schaffte es ja auch, am Steuer seines Wagens keinen Unfall zu bauen: den er hätte er sich nie verziehen, weil die junge Frau doch seine Beifahrerin war. Sie lenkte ihn auch durch die Straßen, sehr bestimmt, das gefiel ihm. Und nun gab sie die Führerin durch dieses Ghetto-Wohnheim. In dieser Melange aus Abriss und unverwüstlicher Vitalität hätte er sich niemals alleine zurechtgefunden. Hatte er am Ende doch zu viel Bier getrunken, so wie sie, die sozusagen ganz freimütig auf seine Rechnung und wiederholt das Gezapfte hatte kommen lassen? Sie nahm ihn nicht aus, das nicht, denn sie schlürfte ja keinen Champagner oder saugte irgendein starkes Zeug auf. Außerdem hatte er sie in großartiger Leichtfertigkeit eingeladen, und die Lady hatte ihn bloß nicht zurückgewiesen. So eine Unhöflichkeit war eine Frage der Erziehung, denn natürlich war freundliche Ablehnung das Mittel der Wahl, aber sie war auch kein Verbrechen. Ihm ...