-
Der Student
Datum: 23.06.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
... zur Uni prägte er sich rasch ein, und er fand alle Seminarräume, alle Vorlesungssäle und die relevanten Professorenzimmer. Überhaupt funktionierte das große Experiment: er stand auf eigenen Beinen und kam voran, ohne hinzufallen. Oft kam die Mikrowelle zum Einsatz, und die Stunden in den Restaurants, wo er stets allein am Tisch gesessen hatte, wurden deutlich weniger. Es gab eine Mensa, mit schlechtem Essen und einer guten Chance für Kontakte. Die Chance war für ihn nicht groß genug, aber alles andere hatte funktioniert. Aber es störte Christian, dass er sich noch weitaus einsamer fühlte als in Brockswede. Dort hatte er zwar keine Freunde gehabt, aber ein paar Bekannte, mit denen man ins Kino oder ins Theater gehen konnte. Dort hatte ihn Juliane Kleidermann entjungfert, in seinem eigenen Bett, als seine Erzeuger in der Oper waren. Julianes Freundin Anja Tschechowa hatte er eine Weile später im Schlafzimmer ihrer Eltern beschlafen dürfen, und mit ihr hatte er ein paar Liebesbriefe ausgetauscht. Juliane hatte ihm verziehen, was er großzügig fand und beinahe zu einem Dreier geführt hätte. Insgesamt band ihn einiges an Brockswede, aber natürlich verstreute sich der Kreis seiner ehemaligen Mitschüler am Gymnasium. Und hier in Münster gab es mehr Studierende als in der Heimat Einwohner. Es gab Partys. Da war die Adventsparty seiner Fakultät gewesen, die Jahr für Jahr von der sogenannten Fachschaft veranstaltet wurde. Was immer eine Fachschaft auch genau war, die Party ...
... war laut und chaotisch und schlecht belüftet gewesen. Immerhin hatte er mit Melanie aus dem altsprachlichen Seminar ein paar Zungenküsse tauschen können. Dann war Melanies Freund gekommen, und Christian hätte sich beinahe prügeln müssen. Jedenfalls hatte er das Mädchen seitdem nie mehr gesehen, nicht einmal im Seminar. Die Wochen in Münster hatten etwas Depressives für ihn, das war auch mit dem beginnenden Frühling nicht besser geworden. ^^^ Christian zweifelte an sich, erneut an seiner Lebenstüchtigkeit und daran, dass er irgendetwas Liebenswürdiges an sich haben könnte. Eigentlich. Aber nun folgte er dieser Frau. Die er nicht kannte. Die er aber, kaum dass die beiden in ihrem kleinen Zimmer angekommen waren, bestieg. Das Bett war nicht gemacht, aber was sollte er sich daran stören? Kleidungsstücke flogen durch den Raum, so kam es ihm vor. Aber er war nicht ganz zurechnungsfähig. Da war nur eine Handtasche, seine Jacke, zwei paar Schuhe. Die meisten Sachen wurden ja nur herunter oder zur Seite gezogen. Ihre Hand ergriff seinen Penis, begleitet von einem burschikosen „da ist er ja!" und einem Gruß („Hallo Kleiner! Gut siehst du aus."). Christian war nicht nach Lachen zumute, das kam erst später, als er über diesen Abend nachdachte. Im Augenblick des Geschehens wurde er einfach mitgerissen, verstand vor allem, dass er zum Zuge kommen würde, dass die Frau unbedingt wollte. So eine Art von Sog, wo er sich nur fallen lassen musste, kannte er vorher nicht. Es war ...