1. Sofie


    Datum: 06.07.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... der Liebe, Quatsch, des Sex. Nach diesem Animalischen, Wilden.
    
    Ich glaube, ich habe in dieser Nacht kein Auge zugemacht bzw keine Minute wirklich geschlafen und stehe schon sehr früh auf. Sehe in den Spiegel im Bad und bin selber erschrocken. Dicke Augenringe und ganz kleine Augen.
    
    Ich habe nicht mal die Kraft zu duschen und mache mich nur so etwas frisch, ziehe mir Schlappersachen an und gehe leise in die Küche. Kurz ins Wohnzimmer und die Gläser von gestern in die Küche getragen. Jürgen scheint noch einen oder mehrere Whisky getrunken zu haben. Auch etwas, was zeigt, dass es ihn sehr mitgenommen hat. Er trinkt sonst kaum etwas und schon gar nicht alleine. Fehlt nur noch, dass er sich eine Zigarre angesteckt hat. Aber auf dem Balkon steht kein Aschenbecher. All das zeigt mir, dass ich gestern viel falsch gemacht habe.
    
    Leise decke ich das Frühstück auf, bereite die Kaffeemaschine vor und lasse für mich schon mal einen Becher brühen und setze mich an den Tisch und lege die Beine hoch. Der frische Kaffee, die Ruhe bringen mich dazu, kurz einzunicken. Von wegen kurz. Ich werde wach, als mein Mann in die Küche kommt und sich eine Tasse Kaffee zieht. Er ist schon vollständig angekleidet und sieht auch recht mitgenommen aus. Seine Augen, sein ganzes Gesicht zeigen mir, dass er auch eine schreckliche Nacht hinter sich hat. Was mich aber völlig erschüttert, ist seine ablehnende Geste als ich aufstehe und ihn mit einem Kuss begrüßen will.
    
    "Nicht jetzt, Sofie, nicht ...
    ... jetzt. Lass uns heute Abend reden, wenn du es noch willst, wenn du dann da bist. Und keine Angst, ich komme heute nicht früher nach Hause."
    
    Er dreht sich um, geht mit seiner Tasse Kaffee in die Wohnstube und von dort auf den Balkon und trinkt dort im Stehen seinen Kaffee. Dann kommt er wieder, stellt seine Tasse in die Spülmaschine und meint nur noch, mach heute nur das, was du auch vertreten kannst und ist weg. Nicht mal gefrühstückt hat er. In mir steigt die Angst hoch, dass ich ihn verloren habe und ich muss heulen.
    
    Jürgen
    
    Ich habe also mit meiner Angst nicht Unrecht. Es ist viel mehr geschehen zwischen meiner Frau und diesem Robert. Sie kann mir nicht in die Augen sehen und ihr Weglaufen ist doch wohl Eingeständnis genug. Und dann schließt sie mich auch noch aus. Habe ich schon verloren? Ist das nicht Zeichen genug für viel mehr als ein zufälliges erstes Treffen nach langen Jahren.
    
    Einen guten doppelten Whisky später komme ich zu dem Entschluss, morgen Abend das Gespräch zu suchen und zu fordern. Es werden noch zwei weitere große Whiskys und mit dem letzten stehe ich auf dem Balkon und sehe in den nächtlichen Himmel. Und komme doch zu dem Ergebnis, dass ich nicht kampflos aufgeben will.
    
    Trotzdem ist die Nacht nicht nur wegen des fremden ungewohnten Bettes schrecklich sondern wegen des Albtraumes, der mich verfolgt und in dem Robert meine Frau in meiner Gegenwart mit einem fiesen Grinsen auf unserem Sofa tief und lange fickt und ich sitze dabei und bin wie ...
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