1. Sofie


    Datum: 06.07.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... erstarrt, kann nichts machen, kann nicht mal meinen Kopf drehen, um meine Blick weg zu bekommen, um diesen Akt nicht mehr zu sehen.
    
    Völlig durch den Wind weckt mich mein Handy. Wenn ich heute nicht einen Termin mit einer großen Firma wegen der Erneuerung der Büromöbel hätte, würde ich mich krank melden und versuchen, mich zu erholen und wieder runter zu kommen. So aber muss ich los. Ich brauche wesentlich länger, um mich fertig zu machen, habe Angst, dass Sofie nicht mehr da ist, da das Schlafzimmer leer ist und auch im Bad kein Duschhandtuch über dem Trockner hängt. Dann sehe ich sie aber in der Küche. Sie muss schon lange auf sein, denn ihr Kaffee dampft nicht mehr und sie sieht verschlafen aus. Als sie mich wie üblich begrüßen will, wehre ich sie ab. Das kann ich heute nicht. Nur eine kleine Tasse Kaffee auf dem Balkon und dann kann ich mir einige Spitzen nicht verkneifen. Schon als ich in meinem Wagen sitze, weis ich, dass das mehr als Scheiße war, aber ich bin heute Morgen auf Krawall gebürstet.
    
    Mit dem Handy versuche ich Sofie zu erreichen. Sie telefoniert aber. Dann rufe ich in der Firma an und sage Bescheid, dass ich später komme. Ich muss mich erst beruhigen und auch etwas essen.
    
    Auch wenn die Besprechung mit unserem Großkunden hervorragend läuft und wir einen wirklich großen Auftrag an Land ziehen können, auf den die Zentrale sofort mit einer sehr lobenden Mail reagiert, ist es ein wirklicher Scheißtag. Ich erreiche Sofie nicht. Ihr Handy ist ausgeschaltet ...
    ... und auf unserem Festnetzanschluss meldet sie sich nicht. In der Mittagspause fahre ich schnell nach Hause und dort ist sie nicht. In ihrer Firma brauche ich heute nicht anrufen, an einem Freitag arbeitet sie nie und ich mache mich doch nicht lächerlich und frage dort nach. Ich glaube, dass ich bald verrückt werde und mir alle möglichen und unmöglichen Szenarien vorschweben.
    
    Die Zeit bis zur Schließung unseres Hauses will einfach nicht vergehen. Es ist nur gut, dass ich Morgen nicht arbeiten muss. Es ist mein verlängertes freies Wochenende.
    
    Und es wird doch Feierabend und plötzlich habe ich es nicht mehr so eilig, nach Hause zu kommen. Die Angst in eine leere Wohnung zu kommen, lassen mich langsam fahren. Auch die Fenster unserer Wohnung zur Straße hin sind dunkel und ich fahre mit Angst im Herzen in die Tiefgarage. Zu mindestens der Wagen meiner Frau steht an seinem Platz. Muss aber nichts bedeuten.
    
    Es fällt mir schwer, die Tür zu unserer Wohnung zu öffnen und dann bin ich doch freudig überrascht. Es duftet herrlich nach Steak und Bratkartoffeln. Und Sofie ruft, dass ich gleich kommen soll, sonst wird das Essen kalt.
    
    Sofie
    
    Er ist weg und ich heule schon wieder. Was habe ich nur gemacht? Warum habe ich mich bloß so benommen? Nach einigen Minuten werde ich etwas ruhiger und rufe meine große Schwester an. Ich weis, dass sie zu Hause ist und auch schon wach, denn ihr Mann muss früh zur Arbeit und sie muss ihren kleinen Sohn beaufsichtigen, der noch zu klein für die ...
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