1. Wenn es geschieht, unerwartet, es dich trifft, geht deine Welt kaputt


    Datum: 07.07.2026, Kategorien: Romantisch

    ... er sah zu, dass er rauskam.
    
    Dann lief sie nach oben, ins Schlafzimmer. Stefan packte seine Koffer. Ich versuchte ihn zu halten. Er war ruhig, nahm mich sanft in die Arme, flüsterte, pass auf sie auf. Dann drückte er mich, legte mir ein kleines Päckchen in die Hand und ging.
    
    Er verließ uns, mich.
    
    Nachher zeigte ich meiner Mutter das Päckchen mit dem Ring. Das war zu viel für sie. Sie brach zusammen. Seitdem ist sie verändert. Seit dem Weggang von Stefan vor jetzt fast 3 Jahren hatte sie keine Beziehung mehr zu einem anderen Mann. Kann es nicht. Den einzigen Mann, dessen Nähe ich ertragen könnte, sagte sie mal, habe ich verloren.
    
    Meinen Kontakt mit Stefan habe ich ihr verschwiegen. Schule, meine erste Liebe, meine erste ernsthafte Beziehung, meine erste Trennung, all das teilte ich mit ihm. Er unterstützte mich, wo er konnte. Selbst wenn ich mal Mist baute, kein Vorwurf, nichts. Wie kann ich dir helfen, dass war der Satz, den ich so oft von ihm hörte.
    
    Bei meinen seltenen Besuchen sprachen wir auch nicht über sie, obwohl ich glaube, er würde gerne. Und mehr und mehr musste ich feststellen, dass dieser Mann, den ich über alles liebe, im besten Sinne des Wortes liebe, der für mich in den Jahren zu all dem geworden ist, was ein Vater eigentlich sein sollte, dieser Mann war allein.
    
    Ich fasste einen Entschluss. Meine Abiturfeier stand an. Das sollte groß mit Freunden und Familie gefeiert werden. Und ich wollte ihn dabeihaben. Punkt.
    
    Sarah
    
    Es ist eine schlimme ...
    ... Zeit. Es sind jetzt 3 Jahre vorbei, aber es erscheint mir, als wäre es gestern gewesen. In den ersten Wochen nach seinem Weggang versuchte ich alles, um ihn zu erreichen. Keine Chance. Stefan rief nicht zurück, antwortete nicht auf meine Nachrichten, ignorierte mich völlig. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört oder gesehen.
    
    Jasmin redete am Anfang überhaupt nicht mehr mit mir. Dann stritten wir nur noch. Und sie war brutal, in ihrem Verhalten, mit ihren Worten, in ihrer Beurteilung. Es dauerte lange, bis wir wieder auch nur ein vernünftiges Wort miteinander reden konnten.
    
    Letztendlich trage nur ich die Verantwortung. Es war schon ein Fehler, Bernd überhaupt ins Haus einzuladen. Ein Treffen in einem Café wäre vielleicht ok gewesen, nein, ich hätte ihn gar nicht erst treffen dürfen. Wusste doch, was er für einer war.
    
    Seitdem habe ich keinen anderen mehr angeschaut. Es gab einige, die es versuchten, aber schnell aufgaben. Meine Freundinnen versuchten anfangs auch, mich zu verkuppeln, gaben dann aber auch resignierend auf. Einmal meinte meine beste Freundin Ines zu mir, ich könne mir auch gleich ein Schild umhängen. Vergeben, bleibt weg, in Großbuchstaben. Irgendwie hatte sie recht. Schon der Gedanke, einen anderen Mann als Stefan meinen Körper berühren zu lassen, verursachte mir Übelkeit, das beschämende Gefühl, ihn damit nochmals zu betrügen. Er war und ist die Liebe meines Lebens.
    
    Trotz allem verläuft mein Leben nicht schlecht. Meine Kleine feiert nächsten ...
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